Wie näht man einen Annähdruckknopf an? Das Oberteil (mit dem Zapfen) wird auf die linke Seite der oberen Stofflage genäht, das Unterteil (mit der Mulde) genau gegenüber auf die rechte Seite der unteren Lage. Jedes Teil wird mit mehreren Stichen durch jedes Loch befestigt, ohne dass der Faden durch die rechte Seite des Oberstoffs geht. Die Position des zweiten Teils markieren Sie, indem Sie den Zapfen des bereits angenähten Oberteils auf die untere Lage drücken.
Was Sie brauchen
- Annähdruckknöpfe in passender Größe;
- Handnähnadel mit schmalem Öhr;
- reißfestes Polyester- oder Baumwollgarn in Stofffarbe – siehe Garne;
- Stecknadeln, Schneiderkreide oder auswaschbarer Markierstift;
- Fingerhut – bei dicken Stoffen;
- ein Stück Vlieseline für dünne und elastische Stoffe.
Annähdruckknopf annähen – Schritt für Schritt
1. Bestimmen Sie, welches Teil wohin gehört
Die Regel ist einfach: Das Oberteil sitzt auf der oberen (überlappenden) Lage, auf deren Innenseite. Das Unterteil sitzt auf der unteren Lage, auf der rechten Seite. So greift der Zapfen beim Schließen in die Mulde, und die obere Lage deckt alles ab. Vertauschen Sie die Teile, funktioniert der Verschluss zwar, aber die Mulde ist beim Öffnen sichtbar und verhakt sich im Stoff.
2. Markieren Sie die Position des Oberteils
Markieren Sie den Punkt etwa 3–5 mm von der Kante der oberen Lage entfernt, je nach Größe des Knopfes. Der Knopfrand darf nicht über die Stoffkante hinausragen, sonst ist er sichtbar.
3. Nähen Sie das Oberteil an
Machen Sie einen kleinen Knoten oder Sicherungsstich dort, wo die Mitte liegen soll. Legen Sie den Knopf auf und führen Sie die Nadel durch das erste Loch, wobei Sie nur die oberen Fäden des Stoffes oder des Saums fassen, ohne die rechte Seite zu durchstechen. Nähen Sie 4–6 Stiche durch jedes Loch. Zwischen den Löchern führen Sie den Faden unter dem Knopf entlang, nicht darüber, damit die Naht sauber bleibt.
4. Markieren Sie die Position des Unterteils
Schließen Sie das Kleidungsstück genau so, wie es getragen wird. Drücken Sie den Zapfen des angenähten Oberteils auf die untere Lage – er hinterlässt einen leichten Abdruck. Alternativ reiben Sie die Spitze des Zapfens mit Kreide ein. Stecken Sie eine Stecknadel in den Abdruck, damit er nicht verloren geht.
5. Nähen Sie das Unterteil an
Zentrieren Sie die Mulde über der Markierung und nähen Sie sie auf die gleiche Weise an. Hier darf der Faden durch alle Lagen des Unterteils gehen, da es unter der oberen Lage verborgen ist.
6. Sichern und prüfen
Schließen Sie mit einem Knoten auf der linken Seite ab und verstecken Sie das Fadenende zwischen den Lagen. Öffnen und schließen Sie den Verschluss mehrmals. Der Knopf sollte deutlich einrasten, und der Stoff um ihn herum darf sich nicht kräuseln.
Wie viele Stiche und welches Garn
| Knopfgröße | Stiche pro Loch | Garn |
|---|---|---|
| Klein (Wäsche, Babykleidung) | 3–4 | Feines Polyestergarn |
| Mittel (Kleider, Blusen) | 4–5 | Standard-Polyestergarn |
| Groß (Mäntel, Jacken) | 5–6 oder doppelter Faden | Reißfestes Polyester- oder Seidengarn |
Das Garn sollte die Farbe des Stoffes haben, nicht die des Knopfes – so ist die Naht selbst auf der Innenseite unauffällig.
Schlingenstich für eine festere Naht
Erfahrene Schneider verwenden an jedem Loch den Schlingenstich: Die Nadel kommt im Loch heraus, der Faden wird um sie geschlungen und festgezogen. So entsteht am Lochrand eine kleine Kette, die fester und sauberer ist als ein einfacher Stich. Die Methode ist besonders bei großen Annähdruckknöpfen für Mäntel nützlich.
Annähdruckknopf auf dünnen und elastischen Stoff nähen
Bei Chiffon, Seide, Jersey und Single Jersey bügeln Sie zuerst innen ein kleines Stück Vlieseline auf oder nähen ein Quadrat aus Band an. Es verteilt die Belastung und verhindert, dass der Stoff ausreißt oder sich verzieht. Verwenden Sie eine dünne Nadel und kleine Kunststoffknöpfe, die leichter sind.
Annähdruckknöpfe in der Serienproduktion
In der Näherei werden die Positionen mit einer Schablone markiert, damit beide Teile bei jeder Größe übereinstimmen. Annähdruckknöpfe werden meist von Hand angenäht, für große Serien gibt es aber auch Knopfannähmaschinen mit passendem Aufsatz. Prüfen Sie bei der Kontrolle, ob beide Teile übereinstimmen, mit gleicher Kraft einrasten und der Faden gesichert ist.
Wie viele Annähdruckknöpfe Sie setzen sollten
Die Anzahl hängt von der Länge der Öffnung und der Belastung ab. An einem Schlitz oder einer Knopfleiste eines Kleides werden die Knöpfe in gleichen Abständen gesetzt, meist einige Zentimeter voneinander entfernt, sodass der Stoff dazwischen nicht klafft. Bei einem Mantel genügen oft ein großer Knopf am inneren Übertritt und ein weiterer am Revers. Bei Wäsche und Babykleidung sind die Abstände kleiner und die Knöpfe winzig. Öffnet sich der Stoff zwischen zwei Knöpfen bei Bewegung, setzen Sie lieber einen weiteren Knopf, statt die Größe zu erhöhen.
Häufige Fehler
- Vertauschte Teile – die Mulde ist bei geöffnetem Kleidungsstück sichtbar.
- Faden durch die rechte Seite der oberen Lage – sichtbare Stiche.
- Ungenaue Markierung – das Kleidungsstück verzieht sich beim Schließen.
- Zu wenige Stiche – der Knopf reißt beim ersten Ziehen ab.
- Keine Verstärkung bei dünnem Stoff – der Stoff reißt um den Knopf herum.
Wie Sie einen Annähdruckknopf austauschen
Ist ein Knopf abgerissen oder beschädigt, trennen Sie die alten Stiche vorsichtig mit einem Nahttrenner auf, ohne den Stoff zu verletzen. Nähen Sie den neuen Knopf an derselben Stelle an und nutzen Sie die alten Löcher im Stoff als Orientierung. Tauschen Sie beide Teile zusammen aus, wenn Sie nicht sicher sind, dass die neue Hälfte vom selben Modell ist – verschiedene Hersteller haben unterschiedliche Zapfen und Mulden.
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