Das Einlaufen von Kleidung beim Waschen entsteht durch das Zusammenwirken von Wärme, Wasser und mechanischer Beanspruchung, die Spannungen in den Fasern lösen oder sie verfilzen lassen. Am anfälligsten sind Wolle, Viskose und gestrickte Baumwolle. Die richtigen Symbole auf dem Etikett – niedrigere Temperatur, Balken für den Schonwaschgang und das Verbot des Trockners – sind das wichtigste Mittel, um es zu verhindern.
Warum Kleidung beim Waschen einläuft
Bei der Herstellung von Garn und Stoff werden die Fasern gestreckt. Wird das Kleidungsstück nass und warm, kehren die Fasern in ihre natürlichere, kürzere Form zurück. Das nennt man Relaxationsschrumpfung; sie ist bei den ersten Wäschen am stärksten. Bei Wolle gibt es einen weiteren Mechanismus – das Verfilzen, bei dem sich die Schuppen der Fasern ineinander verhaken. Der Trockner verstärkt beide Effekte.
Die wichtigsten Ursachen
- Hohe Temperatur – beim Waschen und besonders beim Trocknen.
- Starke mechanische Beanspruchung – Baumwollprogramm, hohe Schleuderdrehzahl.
- Wäschetrockner – Wärme in Kombination mit Drehbewegung.
- Nicht stabilisierter Stoff – Stoff, der nicht vorab krumpffrei ausgerüstet wurde.
Welche Stoffe am stärksten einlaufen
| Material | Einlaufrisiko | Hauptursache |
|---|---|---|
| Wolle | Hoch | Verfilzen durch Wärme und Reibung |
| Viskose | Hoch | Schwache Struktur im nassen Zustand |
| Gestrickte Baumwolle (Jersey) | Mittel bis hoch | Relaxation der Maschen |
| Gewebte Baumwolle | Mittel | Relaxation, besonders bei den ersten Wäschen |
| Leinen | Mittel | Relaxation der Fasern |
| Polyester | Niedrig | Vor allem empfindlich gegenüber hoher Trocknungstemperatur |
| Polyamid | Niedrig | Stabil, aber wärmeempfindlich |
Die Symbole auf dem Etikett, die vor dem Einlaufen schützen
- Niedrigere Temperatur im Waschbottich – 30 °C statt 40 °C oder 60 °C.
- Ein oder zwei Balken unter dem Bottich – weniger mechanische Beanspruchung.
- Handwäsche – bei Wolle und empfindlichen Strickwaren.
- Durchgestrichener Trockner oder Trockner mit einem Punkt – der wirksamste Schutz.
- Liegend trocknen – schützt vor Ausdehnen und Verformen.
Ist das Etikett richtig vorbereitet und hält sich der Käufer daran, sollte das Einlaufen im für das Material zulässigen Rahmen bleiben.
Wie der Hersteller das Muster prüft
Das Einlaufen lässt sich vor der Serienfertigung messen. Die Standardprüfungen der Maßbeständigkeit beim Waschen und Trocknen folgen einer Reihe von EN-ISO-Normen (zum Beispiel EN ISO 6330 für die Verfahren der Haushaltswäsche und EN ISO 5077 für die Bestimmung der Maßänderung). In der Praxis sieht der Ablauf so aus:
- Auf dem Muster werden Strecken mit genauer Länge in Längs- und Querrichtung markiert.
- Das Muster wird nach dem Verfahren gewaschen und getrocknet, das für das Etikett vorgesehen ist.
- Die Strecken werden erneut gemessen und der Einlaufwert in Prozent berechnet.
- Ist das Einlaufen zu stark, wird die Pflegeangabe auf dem Etikett schonender gewählt oder der Stoff stabilisiert.
Große Handelsketten haben oft eigene Vorgaben für das zulässige Einlaufen und verlangen ein Prüfprotokoll.
Einlaufen und Zubehörteile
Zubehörteile laufen nicht wie der Stoff ein, was ein anderes Problem schafft. Läuft der Stoff um einen Reißverschluss oder ein Gummiband ein, während der Reißverschluss seine Länge behält, entstehen Wellen und Falten. Ähnlich ist es bei eingenähten Etiketten: Besteht das Etikett aus einem Material, das anders einläuft als das Kleidungsstück, zieht sich die Naht darum zusammen. Deshalb werden Pflegeetiketten aus stabilen Materialien wie Satin und Taft gefertigt, für Strickwaren aus weichen, flexiblen Bändern. Weitere Varianten finden Sie in der Gruppe der Textiletiketten.
Zulässiges Einlaufen und Stabilisierung des Stoffes
Ein geringes Einlaufen ist bei den meisten Naturmaterialien normal und in der Branche akzeptiert. Ein Problem entsteht, wenn das Einlaufen die Größe des Kleidungsstücks verändert – etwa ein T-Shirt, das nach der ersten Wäsche eine Nummer kleiner ist. Stoffhersteller verringern das Risiko durch Stabilisierung: Vorkrumpfen mit Dampf oder Wasser, Thermofixieren von Synthetik und Antifilzausrüstung bei Wolle. Wenn Sie Stoff für eine Kollektion einkaufen, fragen Sie den Lieferanten nach den Daten zur Maßbeständigkeit. Ist der Stoff nicht stabilisiert, kann mit einer kleinen Zugabe zugeschnitten oder es können schonendere Pflegesymbole gewählt werden.
Elasthan und Einlaufen
Stoffe mit Elasthan sind ein Sonderfall. Elasthan selbst läuft nicht wie Baumwolle ein, ist aber wärmeempfindlich. Hohe Temperatur beim Waschen oder Trocknen kann es schädigen; danach verliert der Stoff seine Elastizität, wirft Falten und wirkt stellenweise „eingelaufen“. Deshalb enthält das Etikett bei Produkten mit Elasthan fast immer einen durchgestrichenen Trockner und ein Bügeleisen mit einem Punkt.
Was der Käufer tun kann
- Die Symbole beachten, besonders beim Trocknen.
- Im Zweifel die niedrigere Temperatur wählen.
- Produkte mit Wolle, Viskose und hohem Elasthananteil nicht im Trockner trocknen.
- Strickwaren in feuchtem Zustand in Form bringen und liegend trocknen.
Einlaufen von Kleidung beim Waschen und Reklamationen
Eingelaufene Kleidung gehört zu den häufigsten Reklamationsgründen im Bekleidungshandel. Ist das Etikett korrekt und hat der Käufer es nicht beachtet, lässt sich die Verantwortung leichter belegen. Waren die Symbole jedoch zu großzügig – etwa Trockner mit zwei Punkten für Viskose –, ist die Reklamation berechtigt. Deshalb ist ein genaues Pflegeetikett auch ein Schutz für die Marke. Sehen Sie sich auch die gesamte Kategorie Etiketten an.
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