Etiketten aus Vlies werden aus einem Material gefertigt, dessen Fasern nicht gewebt, sondern thermisch, chemisch oder mechanisch miteinander verbunden sind. Sie sind weich, leicht, matt und wirtschaftlich, nehmen Druck gut an und werden vor allem für Pflegeetiketten, Etiketten für Heimtextilien, Accessoires und selten gewaschene Artikel verwendet. Bei intensiver Wäsche sind sie Taft und Satin in der Haltbarkeit meist unterlegen.
Was Vliesstoff ist
Vliesstoff ist ein Flächengebilde, das direkt aus Fasern hergestellt wird, ohne Weben oder Stricken. Die Fasern werden zu einer Schicht gelegt, die anschließend verdichtet und verfestigt wird. Das Ergebnis ist ein Material ohne Kette und Schuss, das beim Schneiden nicht ausfranst. Wir kennen es aus vielen Alltagsprodukten – von Tragetaschen bis zu Hygieneartikeln. Für Etiketten verwendet man dichtere, glatte Typen, oft aus Polyester oder Polypropylen, manchmal mit einer Beschichtung, die den Druck verbessert.
Etiketten aus Vlies: Vorteile
- Weichheit. Das Material ist flexibel und raschelt nicht wie Standard-Taft.
- Franst nicht aus. Die Kanten lassen sich ohne spezielles Versiegeln schneiden.
- Matte Oberfläche, gut für lesbaren Druck von Text und Symbolen.
- Wirtschaftlichkeit bei großen Serien und Etiketten mit vielen Angaben.
- Leichtigkeit – geeignet für empfindliche Artikel, bei denen jedes Gramm und jede Dicke spürbar ist.
Grenzen
- Geringere Beständigkeit gegen Reibung und wiederholte Wäsche als gewebte Bänder. Mit der Zeit kann die Oberfläche fusseln.
- Wirkt nicht luxuriös – geeignet für funktionale, nicht für Markenetiketten.
- Manche Typen vertragen keine hohe Bügeltemperatur.
- Nicht geeignet für ein gewebtes Logo – wird nur bedruckt.
Vergleich mit anderen Basismaterialien
| Basis | Weichheit | Waschbeständigkeit | Optik | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Vlies | Hoch | Mäßig | Matt, funktional | Pflegeetiketten, Heimtextilien, Accessoires |
| Polyester-Taft | Mittel | Hoch | Matt, technisch | Pflegeetiketten in Massenbekleidung |
| Satin | Sehr hoch | Hoch | Glänzend, elegant | Markenetikett, Wäsche, Kinderkleidung |
| Baumwolle | Hoch | Gut (kann einlaufen) | Natürlich | Öko- und Kinderkollektionen |
Für welche Artikel es geeignet ist
Heimtextilien
Bettdecken, Kissen, leichte Decken und Bezüge tragen oft große Etiketten mit vielen Angaben – Zusammensetzung von Füllung und Bezug, Maße, Pflegehinweise. Das Vliesetikett ist für eine solche Textmenge weich und wirtschaftlich, und die Artikel werden seltener gewaschen als Kleidung.
Accessoires und Schuhe
Schals, Handschuhe, Mützen, Stofftaschen, Einlegesohlen und Innenteile von Schuhen – dort, wo das Etikett Informationen trägt, aber keiner häufigen Wäsche ausgesetzt ist.
Temporäre und interne Etiketten
Etiketten für Chargen, Qualitätskontrolle, Kennzeichnung von Schnittteilen und Mustern im Betrieb.
Kleidung mit begrenzter Wäsche
Oberbekleidung, die selten gereinigt wird, Anzüge für die chemische Reinigung, Saisonartikel. Für T-Shirts, Wäsche und Sportbekleidung, die wöchentlich gewaschen werden, sind Taft und Satin besser geeignet.
Druck auf Vlies
Vliesetiketten werden mit etikettentauglichen Verfahren bedruckt, meist im Thermotransfer. Das erlaubt variable Daten – Größen, Codes, Chargen – und einen schnellen Wechsel zwischen Varianten. Wichtig ist, dass das Farbband für die jeweilige Basis ausgewählt wird. Testen Sie bei neuem Material immer ein Muster auf Reibung und Wäsche. Mehr zu den Verfahren lesen Sie bei den bedruckten Etiketten.
Pflichtangaben
Unabhängig vom Material muss ein Pflegeetikett die Faserbezeichnungen und Prozentanteile gemäß Verordnung (EU) 1007/2011 enthalten sowie dauerhaft befestigt und lesbar sein. Die Pflegesymbole werden nach ISO 3758 angegeben. Zweifeln Sie, ob die Vliesbasis während der gesamten Produktlebensdauer lesbar bleibt, wählen Sie Taft. Einzelheiten zum Inhalt finden Sie im Bereich Pflegeetiketten.
So entscheiden Sie
- Wie oft wird der Artikel gewaschen? Wöchentlich – Taft oder Satin. Selten – Vlies ist eine vernünftige Wahl.
- Trägt das Etikett die Marke? Wenn ja – Satin oder Webetikett.
- Wie viel Text gibt es? Viel Text auf einem großen Etikett – Vlies ist weich und wirtschaftlich.
- Berührt es die Haut? Vlies ist weich, prüfen Sie aber die Kanten am Muster.
So testen Sie ein Muster
Fordern Sie mehrere Muster aus verschiedenen Basismaterialien mit Ihrem echten Text an. Nähen Sie sie auf ein Stück Stoff des Artikels und waschen Sie sie mehrmals bei der Temperatur, die Sie auf dem Etikett angeben. Reiben Sie dann mit dem Finger darüber und prüfen Sie, ob der Text lesbar ist, die Kanten glatt geblieben sind und die Oberfläche nicht fusselt. Dieser einfache Test beantwortet besser als jede Tabelle, welches Material für Ihren Artikel geeignet ist.
Annähen von Vliesetiketten
Ein Vliesetikett lässt sich leicht nähen, weil es nicht rutscht und nicht ausfranst. Eine Besonderheit gibt es jedoch: Das Material hat keine Fäden, die den Stich „halten“, die Fasern weichen der Nadel nur aus. Ist der Stich sehr klein, kann die Perforation das Etikett entlang der Naht schwächen, sodass es beim Ziehen reißt. Verwenden Sie daher eine moderate Stichlänge und lassen Sie genug Abstand zwischen Kante und Naht. Bei großen Etiketten für Heimtextilien, die aus der Naht hängen, sollten einige Millimeter Material in der Naht selbst liegen, damit sie beim Waschen oder Beziehen nicht abreißen.
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