Ein gewebtes Etikett mit Thermokleber hat auf der Rückseite eine Schicht wärmeaktivierbaren Klebers und wird mit Hitze und Druck auf das Kleidungsstück aufgebracht – mit einer Thermopresse oder bei kleinen Mengen mit dem Bügeleisen. Es eignet sich für Stoffe, bei denen eine Naht den Stoff kräuseln oder durchstechen würde, sowie für Produkte, bei denen außen keine sichtbare Naht sein soll. Für optimale Haltbarkeit sind die richtige Temperatur, der passende Druck und die korrekte Zeit entscheidend; bei sehr elastischen und empfindlichen Stoffen empfehlen wir einen Vorversuch.
Wie funktioniert ein gewebtes Etikett mit Thermokleber?
Das Etikett wird wie ein normales gewebtes Etikett hergestellt, danach wird auf die Rückseite eine Schicht Thermokleber aufgetragen. Beim Erhitzen schmilzt der Kleber und dringt in die Struktur des Stoffes ein. Beim Abkühlen härtet er aus und verbindet das Etikett dauerhaft mit dem Kleidungsstück. Der Vorgang dauert nur Sekunden und erfordert keine Nähmaschine.
Wann sollten Sie Thermokleber wählen?
- Dünne und glatte Stoffe – wie Chiffon, dünner Polyester, Futterstoffe, bei denen eine Naht Kräuselungen verursacht.
- Sport- und Funktionsbekleidung – wo Nähte die Wasserdichtigkeit beeinträchtigen oder scheuern könnten.
- Fertige Produkte – wenn Sie bereits genähte Kleidung, T-Shirts oder Taschen branden möchten, ohne aufzutrennen.
- Außenetiketten ohne sichtbare Naht – für ein sauberes Erscheinungsbild an Taschen oder Ärmeln.
- Kleine Serien und Ateliers – wenn keine Nähmaschine zum Annähen vorhanden ist.
Wann ist Nähen besser?
- Bei sehr elastischen Strickwaren – der Kleber macht die Stelle hart.
- Bei hitzeempfindlichen Stoffen – manche Synthetik, Leder, Kunstleder, Samt.
- Bei Kleidungsstücken mit häufigem Waschen bei hohen Temperaturen oder Trocknern.
- Bei Etiketten, die in der Mitte gefaltet und in eine Naht eingenäht werden – hier ist Thermokleber ungeeignet.
So kleben Sie das Etikett – Schritt für Schritt
- Bereiten Sie den Stoff vor. Er muss sauber und trocken sein. Bei neuen Stoffen entfernt ein Vorwaschen Appreturen, die das Kleben behindern.
- Positionieren Sie das Etikett. Die Klebeseite zeigt zum Stoff, das Motiv nach oben.
- Decken Sie mit Schutzfolie ab. Teflonfolie oder Backpapier schützen das Etikett und die Presseplatte.
- Erhitzen und pressen. Halten Sie die für den Kleber empfohlenen Temperatur-, Druck- und Zeitwerte ein. Beim Bügeln ohne Dampf, mit festem Druck und ohne Bewegung des Bügeleisens.
- Abkühlen lassen. Berühren oder biegen Sie das Etikett nicht, bis es vollständig abgekühlt ist – der Kleber härtet beim Abkühlen aus.
- Ecken prüfen. Wenn sich eine Ecke löst, wiederholen Sie den Pressvorgang.
Die Pressparameter hängen vom Kleber und Stoff ab. Der Hersteller der Etiketten gibt die empfohlenen Werte vor; immer an einem Stoffrest testen.
Thermopresse oder Bügeleisen
| Kriterium | Thermopresse | Haushaltsbügeleisen |
|---|---|---|
| Temperaturgleichmäßigkeit | hoch | niedrig, kalte Stellen möglich |
| Druck | kontrolliert und gleichmäßig | abhängig von der Handkraft |
| Wiederholbarkeit | ideal für Serien | schwierig |
| Geeignet für | Produktion | Einzelstücke und Muster |
Wie lange hält das Etikett beim Waschen?
Richtig geklebte Etiketten halten normalen Haushaltswäschen stand. Die Haltbarkeit sinkt, wenn die Klebetemperatur zu niedrig war, der Druck zu schwach, der Stoff Appreturen enthält oder die Kleidung häufig bei hohen Temperaturen gewaschen und im Trockner getrocknet wird. Manche Hersteller kombinieren Thermokleber mit einigen Zierstichen an den Ecken für zusätzliche Sicherheit – so verrutscht das Etikett nicht und löst sich nicht mit der Zeit.
Kombination: Kleber plus Naht
Bei höherwertigen Produkten dient Thermokleber oft als „temporäre Fixierung“: Das Etikett wird an der exakten Stelle geklebt und anschließend angenäht. So verrutscht es beim Nähen nicht und alle Stücke haben die gleiche Position. Zum Annähen empfehlen wir Polyesterfaden in Etikettfarbe – siehe Nähgarne.
Stoffvorbereitung und Positionierung bei Serien
Bei Serienkleben ist die größte Herausforderung die einheitliche Positionierung aller Etiketten. Verwenden Sie eine Schablone oder Markierung auf der Presseplatte, um das Etikett immer im gleichen Abstand zum Kragen oder zur Naht zu platzieren. Beim Kleben auf fertige Kleidungsstücke legen Sie Karton oder Silikonunterlage in das Kleidungsstück, damit der Kleber nicht auf die Rückseite durchdringt. Bei Kleidung mit Nähten oder Knöpfen nahe am Etikett verwenden Sie eine Unterlage, die die Oberfläche ausgleicht, sonst ist der Druck ungleichmäßig und die Ecken haften nicht.
Stoffart und Thermokleber
Thermokleber kann auf Damast, Satin, Taft und hochauflösenden Etiketten verwendet werden. Bei Satin bleibt der Glanz erhalten, das Etikett wird aber etwas steifer. Das Etikett sollte sauber gesäumt sein, da Thermokleber meist mit geradem Schnitt verwendet wird und alle Kanten sichtbar bleiben. Laserschneiden ermöglicht Etiketten in Form, die fast wie ein Aufnäher wirken.
Häufige Fehler
- Dampf vom Bügeleisen – Feuchtigkeit stört den Kleber.
- Bewegen des Bügeleisens während des Pressens.
- Biegen des Etiketts vor vollständigem Abkühlen.
- Zu hohe Temperatur bei empfindlichen Synthetikstoffen – Stoff schrumpft oder glänzt.
- Kein Test am gleichen Stoff.
Alternativen
Wenn der Stoff keine Hitze verträgt und keine sichtbare Naht gewünscht ist, denken Sie an ein kleines, in der Mitte gefaltetes Etikett, das in eine bestehende Naht eingenäht wird. Für Informationsetiketten auf dünnen Stoffen verwenden manche Marken bedruckte Etiketten oder Direktdruck. Mehr zu verschiedenen Arten von Textiletiketten finden Sie in der Kategorie Textiletiketten.
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