Gummiband in die Taille einnähen – im Tunnel oder direkt angenäht

Polkom
Gummiband in die Taille einnähen – im Tunnel oder direkt angenäht

Wie näht man Gummiband in die Taille ein? Es gibt zwei Hauptmethoden: Das Gummiband wird in einen vorher genähten Tunnel eingezogen oder direkt unter Dehnung an die Oberkante des Kleidungsstücks genäht und dann nach innen umgeschlagen. In beiden Fällen wird zuerst die Länge des Gummibands berechnet, die Enden werden flach verbunden und die Kräuselung gleichmäßig über den Umfang verteilt.

Was Sie brauchen

  • Gummiband in passender Breite – für die meisten Taillen ein festes gewebtes Gummiband, das sich nicht einrollt;
  • Nähmaschine mit elastischem Zickzack, Overlock oder Coverlock;
  • Jersey- oder Stretchnadel, Stärke 80–90 je nach Stoff;
  • Polyester-Nähgarn – es hat eine gewisse Elastizität und reißt beim Dehnen nicht;
  • Sicherheitsnadel zum Einziehen, Stecknadeln oder Clips, Maßband.

Passende Garne finden Sie in der Kategorie Garne.

So berechnen Sie die Länge des Gummibands

Das Gummiband wird kürzer als der Taillenumfang zugeschnitten, damit es anliegt. Die genaue Länge hängt von der Dehnung des jeweiligen Gummibands ab, daher ist die praktische Methode die sicherste:

  1. Legen Sie das Gummiband mit leichter Spannung um die Taille (oder die Schneiderpuppe), sodass es bequem sitzt und hält.
  2. Markieren Sie die Länge und geben Sie etwa 2 cm für die Überlappung der Enden hinzu.
  3. Prüfen Sie, ob das gedehnte Gummiband über die Hüfte passt – sonst lässt sich das Kleidungsstück nicht anziehen.
  4. Für die Serienproduktion bestimmen Sie das Verhältnis Gummiband/Umfang an der Basisgröße und gradieren proportional.

Übertragen Sie Längen nicht von einer Gummibandart auf eine andere – gewebtes Gummiband hat meist eine stärkere Rückstellkraft als gestricktes und erfordert eventuell ein etwas längeres Stück.

Gummiband in die Taille im Tunnel einnähen

Das ist die einfachste und verbreitetste Methode für Jogginghosen, Pyjamas, Röcke und Kinderhosen.

Schritt 1: Tunnel vorbereiten

Schlagen Sie die Oberkante des Kleidungsstücks zweimal nach innen um (oder einmal, wenn die Kante mit Overlock versäubert ist). Der Tunnel sollte 3–5 mm breiter sein als das Gummiband. Steppen Sie nahe der unteren Kante des Umschlags ab und lassen Sie eine Öffnung von etwa 4–5 cm, zum Beispiel an der hinteren Mittelnaht.

Schritt 2: Gummiband einziehen

Stecken Sie eine Sicherheitsnadel in ein Ende des Gummibands und ziehen Sie es durch den Tunnel. Fixieren Sie das andere Ende außen mit einer Stecknadel, damit es nicht hineinrutscht. Achten Sie darauf, dass sich das Gummiband unterwegs nicht verdreht.

Schritt 3: Enden verbinden

Legen Sie die Enden etwa 2 cm übereinander und nähen Sie sie mit einem Rechteck mit Diagonale oder mehreren Zickzackreihen zusammen. Nähen Sie die Enden nicht rechts auf rechts wie eine normale Naht – dabei entsteht ein harter Wulst, der beim Tragen spürbar ist.

Schritt 4: Tunnel schließen und Kräuselung verteilen

Ziehen Sie das Gummiband hinein, verteilen Sie die Kräuselung gleichmäßig und nähen Sie die Öffnung unter Spannung des Stoffes zu. Zum Schluss steppen Sie in den Seitennähten senkrecht durch Tunnel und Gummiband, damit es nicht verrutscht und sich nicht dreht.

Gummiband direkt an die Kante nähen

Diese Methode wird in der Serienproduktion von Sportbekleidung, Leggings, Wäsche und Strickwaren eingesetzt. Die Taille ist stabiler und schneller genäht.

  1. Schließen Sie das Gummiband zum Ring und teilen Sie es mit einem Marker in vier gleiche Teile. Machen Sie dasselbe mit der Oberkante des Kleidungsstücks.
  2. Legen Sie das Gummiband auf der linken Seite an die Kante, Markierungen aufeinander.
  3. Nähen Sie mit Overlock oder Zickzack und dehnen Sie das Gummiband dabei gleichmäßig auf die Stofflänge zwischen den Markierungen. Den Stoff nicht dehnen.
  4. Schlagen Sie das Gummiband nach innen um, sodass es vom Stoff umhüllt ist.
  5. Steppen Sie von der rechten Seite mit Coverstich oder breitem Zickzack ab, wieder unter Dehnung.

Maschineneinstellungen

ParameterEmpfehlung
NadelJersey oder Stretch, 80–90
StichElastischer Zickzack, Coverstich oder Overlock
StichlängeEtwas länger als üblich
GarnPolyester-Nähgarn
NähfußReduzierter Druck bei festem Gummiband

Die häufigsten Fehler

  • Geradstich durch gedehntes Gummiband – der Faden reißt beim ersten Dehnen.
  • Zu breiter Tunnel – das Gummiband dreht sich und rollt sich ein.
  • Ungleichmäßige Dehnung – die Taille kräuselt sich an einer Stelle stärker.
  • Stumpfe oder normale Nadel – sie durchsticht und zerschneidet die elastischen Fäden, das Gummiband verliert Kraft.
  • Weiches Gummiband in schwerem Stoff – die Taille rutscht nach einigen Wäschen.

Gummiband mit mehreren Tunneln

Bei Taillen im „Smoking“- oder „Paperbag“-Stil verwendet man statt eines breiten Gummibands mehrere schmale, jedes in einem eigenen Tunnel. Nähen Sie parallele Nähte durch beide Lagen des Umschlags in gleichen Abständen, etwas breiter als das Gummiband, und ziehen Sie jedes Gummiband einzeln ein. Schneiden Sie sie gleich lang zu, damit die Kräuselung gleichmäßig wird, und fixieren Sie sie gemeinsam in den Seitennähten. Diese Technik ergibt eine dekorative, gekräuselte Taille und verteilt den Druck auf eine größere Fläche.

Kontrolle der fertigen Taille

  • dehnen Sie die Taille maximal – die Nähte dürfen nicht platzen;
  • prüfen Sie, ob das Kleidungsstück beim Anziehen über die Hüfte passt;
  • kontrollieren Sie die Kräuselung – sie sollte über den gesamten Umfang gleichmäßig sein;
  • waschen Sie das Probeteil und prüfen Sie, ob sich das Gummiband verdreht hat.

Tipps für ein professionelles Ergebnis

Bei breitem Gummiband (über 35 mm) setzen Sie zwei oder drei parallele Steppnähte durch Tunnel und Gummiband und dehnen dabei. So bleibt die Taille flach und rollt sich nicht ein. Bei sichtbarer Taille verwenden Sie Garn in der Farbe des Gummibands. Weitere Arten von Bändern für Kanten und Bündchen finden Sie im Bereich Gummibänder.

Gummiband für Ihre Produktion

Polkom stellt gewebtes Gummiband in verschiedenen Breiten und Dehnungsgraden her, in Farbe nach Muster sowie als Jacquard-Gummiband mit Logo, und liefert es an Nähereien und Marken in der gesamten EU. Senden Sie uns eine Beschreibung Ihres Produkts über die Kontaktseite, und wir schlagen Ihnen das passende Gummiband und Muster vor.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kürzer als die Taille sollte das Gummiband sein?
Eine universelle Zahl gibt es nicht, denn die Dehnung verschiedener Gummibänder ist unterschiedlich. In der Praxis wird das Gummiband etwas kürzer als der Taillenumfang zugeschnitten, sodass es bequem anliegt, plus etwa 2 cm für die Überlappung der Enden. Bestimmen Sie die Länge mit einem Probeteil und prüfen Sie, ob das Gummiband beim Anziehen über die Hüfte passt.
Mit welchem Stich näht man Gummiband?
Gummiband wird mit einem Stich genäht, der sich mitdehnt: elastischer Zickzack an der Haushaltsmaschine, Overlock oder Coverstich in der Produktion. Ein Geradstich durch gedehntes Gummiband reißt beim ersten Dehnen. Verwenden Sie eine Jerseynadel und Polyestergarn, um die elastischen Fäden nicht zu durchtrennen.
Wie verbinde ich die Enden des Gummibands ohne Wulst?
Legen Sie die Enden etwa 2 cm übereinander und nähen Sie sie flach mit einem Rechteck mit Diagonale oder mehreren Zickzackreihen zusammen. Alternativ verbinden Sie sie stumpf auf einem Stück festem Band. Vermeiden Sie eine Naht rechts auf rechts wie bei normalem Stoff, denn dabei entsteht eine harte, spürbare Verdickung.
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