Industrie-Nähgarne sind Garne für industrielle Nähmaschinen, die mit mehreren Tausend Stichen pro Minute arbeiten. Sie zeichnen sich durch gleichmäßige Stärke, stabile Reißfestigkeit, eine spezielle Avivage (Gleitmittel) zur Verringerung der Reibung und die Aufmachung auf großen Konen aus. Das richtige Industriegarn reduziert Fadenbrüche, Stillstände und Reklamationen in der Konfektion.
Was Industriegarn von Haushaltsgarn unterscheidet
Auf den ersten Blick sehen beide Garne gleich aus. Der Unterschied liegt in den Arbeitsbedingungen. Bei hoher Geschwindigkeit erhitzt sich die Nadel durch die Reibung am Stoff, das Garn läuft vor der Stichbildung mehrfach durch das Nadelöhr und wird bei jedem Anziehen ruckartig belastet. Deshalb müssen Industrie-Nähgarne höhere Anforderungen erfüllen:
- Avivage. Eine Gleitmittelbeschichtung, die die Reibung senkt und das Garn vor Überhitzung schützt. Ohne sie reißt oder schmilzt das Garn bei hoher Geschwindigkeit.
- Gleichmäßigkeit. Dick- und Dünnstellen führen zu ungleichmäßiger Fadenspannung und Fehlstichen.
- Ausgewogene Drehung. Falsch gedrehtes Garn kringelt sich und bildet vor der Nadel Schlaufen.
- Aufmachung. Die Konen laufen über Kopf ohne Stocken ab; lockere Wicklung führt zu Verwicklungen.
- Konstanz zwischen Chargen. In der Serienfertigung muss sich jede neue Lieferung wie die vorherige verhalten.
Die wichtigsten Arten von Industrie-Nähgarnen
| Art | Eigenschaften | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Polyester-Spinnfasergarn | Weich, vielseitig, günstig | Hemden, Kleider, Blusen, Overlock |
| Core-Spun (Polyester/Baumwolle oder Polyester/Polyester) | Hohe Festigkeit, hitzebeständig | Jeans, Arbeitskleidung, Jacken |
| Polyester-Filamentgarn | Sehr reißfest, glatt, glänzend | Taschen, Leder, Schuhe, technische Textilien |
| Texturiertes Polyester oder Polyamid | Bauschig, elastisch, weich | Greifer von Overlock- und Coverstichmaschinen |
| Mercerisierte Baumwolle | Matt, färbbar, hitzebeständig | Naturprodukte, Garment Dye |
Alle diese Arten finden Sie in den Bereichen Nähgarne und Baumwollgarne.
So wählen Sie Industrie-Nähgarne für jeden Arbeitsgang
In einer Näherei wird selten nur ein Garn verwendet. Bewährt hat es sich, eine Spezifikation für jeden Arbeitsgang festzulegen, nicht für das gesamte Produkt.
Steppstichmaschine
Hier entstehen die wichtigsten Verbindungs- und Ziernähte. Gefragt sind Festigkeit und ein sauberes Nahtbild, daher werden Polyester-Spinnfasergarn oder Core-Spun mit einer Ticketnummer passend zum Stoff verwendet. Der Unterfaden kann etwas feiner sein als der Oberfaden, damit mehr auf die Spule passt.
Overlock- und Kettenstichmaschinen
Kettenstiche verbrauchen ein Vielfaches an Garn im Vergleich zum Steppstich. Für die Greifer wählt man ein gut deckendes und sparsames Garn – Spinnfaser- oder texturiertes Polyester. Die Nadelfäden müssen reißfest und glatt sein.
Knopflöcher, Knopfannähen und Riegel
Knopfloch- und Knopfannähautomaten benötigen glattes Garn mit guten Gleiteigenschaften und exakter Farbe. Für Knopflöcher wird oft feineres, glänzenderes Garn für eine dichte Deckung verwendet, für das Knopfannähen reißfestes Garn, das sich nicht lockert.
Spezialgarne
Manche Produktionen benötigen Garne mit besonderen Eigenschaften: flammhemmend für Schutzkleidung, chlorbeständig für Krankenhaus- und Hotelwäsche, mit erhöhter UV-Beständigkeit für Outdoor-Produkte oder wasserabweisend für Zelte und Taschen. Diese Anforderungen sollten bereits in der Anfrage stehen, da sie Faserart und Ausrüstung des Garns verändern.
Was in die Spezifikation gehört
- Garnart und Faser (zum Beispiel Core-Spun Polyester/Baumwolle).
- Stärke – Ticketnummer oder tex.
- Farbe – Code nach Farbkarte oder Stoffmuster.
- Aufmachung – Lauflänge pro Kone.
- Maschine und Arbeitsgang, für die das Garn bestimmt ist.
- Besondere Anforderungen – Waschbeständigkeit bei hoher Temperatur, Flammhemmung, Chlorbeständigkeit und anderes.
Eine klare Spezifikation erlaubt es Ihnen, jedes Mal dasselbe Garn zu bestellen und Angebote verschiedener Anbieter korrekt zu vergleichen.
So testen Sie das Garn in der Näherei
- Geschwindigkeitstest. Nähen Sie mit voller Geschwindigkeit mindestens einige Meter über die dickste Stelle des Produkts. Die Zahl der Fadenbrüche ist am aussagekräftigsten.
- Nahttest. Dehnen Sie die Naht quer und längs; bei Strickware darf sie nicht platzen.
- Waschtest. Waschen Sie das Muster nach Pflegeanleitung und prüfen Sie Schrumpfung und Farbe.
- Scheuertest. Reiben Sie sichtbare Nähte mit grobem Gewebe – flusige, durchgeriebene Stellen zeigen ein schwaches Garn.
Wovon der Preis abhängt
Der Preis von Industrie-Nähgarnen hängt von Faserart und Aufbau, Stärke, Lauflänge der Kone, Farbe (Standard oder Sonderfärbung) und Gesamtmenge ab. Billigeres Garn erweist sich in der Produktion oft als teurer – durch Fadenbrüche, Maschinenstillstände und Nacharbeit. Vergleichen Sie daher die Kosten pro fertigem Produkt, nicht nur den Konenpreis.
Häufige Fehler bei der Auswahl
- Dasselbe Garn für alle Arbeitsgänge – Einsparung im Lager, aber mehr Fadenbrüche an den stark beanspruchten Maschinen.
- Auswahl nur nach Konenpreis, ohne Geschwindigkeits- und Waschtest.
- Keine Dokumentation der Färbepartie – bei Nachbestellung weicht die Farbe ab.
- Zu dickes Garn „zur Sicherheit“ – die Naht kräuselt den Stoff und wirkt grob.
- Lagerung der Konen in der Sonne oder an der Heizung – das Garn trocknet aus und verliert Festigkeit.
Industrie-Nähgarne von Polkom
Polkom ist ein bulgarischer Hersteller von Zubehör für Mode, Möbel, Schuhe und Taschen mit über 30 Jahren Erfahrung. Wir liefern industrielle Nähgarne im Großhandel an Nähereien und Marken in der gesamten EU, zusammen mit Reißverschlüssen, Knöpfen, Etiketten und weiterem Zubehör aus der Kategorie Garne und den angrenzenden Bereichen. Senden Sie uns eine Liste der Arbeitsgänge, Maschinen und Farben über Kontakt – wir schlagen passende Garne und Testmuster vor. Die Mindestmengen hängen vom Artikel ab.














