Ein Lederetikett wird entlang der Kontur, 2–3 mm vom Rand, mit festerem Polyestergarn und einer zur Materialdicke passenden Nadel angenäht. Das Etikett wird vorab mit Clip oder doppelseitigem Klebeband fixiert (nicht mit Stecknadeln), mit längerem Stich und ohne Rückstich im Leder genäht, und die Fadenenden werden auf die linke Seite geführt und verknotet. Hier im Detail, wie es geht – mit der Maschine und von Hand.
Lederetikett annähen: Vorbereitung
Was Sie brauchen
- Maschinennadel – für ein Etikett auf Denim: Jeansnadel Stärke 90–110 je nach Dicke. Für reines Leder verwendet man Ledernadeln mit Schneidspitze, bei einem Etikett auf Stoff ist die Jeansnadel jedoch meist der bessere Kompromiss, weil sie den Stoff nicht zerschneidet.
- Garn – Polyester oder Polyester mit Baumwollumspinnung, dicker als üblich. Für sichtbare Ziernähte – Jeansgarn oder Ledergarn.
- Fixierung – Clips, dünnes doppelseitiges Klebeband oder etwas Textilkleber.
- Teflon- oder Rollfuß – besonders bei Kunstleder, das am Metall des Standardfußes klebt.
Warum keine Stecknadeln
Jedes Loch im Leder bleibt für immer. Stecknadeln hinterlassen Spuren außerhalb der Naht und können dünnere Materialien einreißen. Deshalb wird das Etikett mit Clips oder Kleber fixiert, die nicht durchstechen.
Annähen mit der Maschine Schritt für Schritt
- Markieren Sie die Stelle. Kennzeichnen Sie die Position des Etiketts mit Kreide oder Trickmarker. Bei Jeans – am hinteren Bund, bei der Jacke – an Tasche oder Ärmel, bei der Mütze – am Umschlag.
- Fixieren Sie das Etikett. Kleben Sie es mit einem dünnen Klebestreifen auf der Rückseite fest oder halten Sie es mit Clips.
- Stellen Sie die Maschine ein. Stichlänge 3–4 mm – ein kürzerer Stich perforiert das Leder wie eine Briefmarke, und es kann reißen. Verringern Sie leicht die Geschwindigkeit.
- Beginnen Sie an der Ecke. Senken Sie die Nadel genau an der Ecke des Etiketts ab, 2–3 mm vom Rand. Wenn möglich, beginnen Sie an der Unterkante, wo der Anfang weniger sichtbar ist.
- Nähen Sie entlang der Kontur. An den Ecken lassen Sie die Nadel unten, heben den Fuß, drehen das Teil und nähen weiter. Bei runden Formen drehen Sie langsam und gleichmäßig.
- Kein Rückstich im Leder. Doppelte Einstiche an derselben Stelle schwächen das Material. Schließen Sie stattdessen am Anfangspunkt mit 2–3 überlappenden Stichen ab.
- Führen Sie die Fäden nach hinten. Ziehen Sie den Oberfaden auf die linke Seite, verknoten Sie beide Enden und schneiden Sie sie ab. Sie können einen Tropfen Fadenkleber hinzufügen.
Annähen von Hand
Das Nähen von Hand eignet sich für Strickmützen, Pullover und Produkte, bei denen die Maschine die Stelle schwer erreicht. Am einfachsten ist es, wenn das Etikett vorgestanzte Löcher hat.
Sattlerstich
Die klassische Naht für Leder. Man verwendet zwei Nadeln an beiden Enden eines Fadens. Jede Nadel geht von entgegengesetzten Seiten durch dasselbe Loch. Die Naht ist sehr fest – selbst wenn ein Stich reißt, lösen sich die übrigen nicht.
Einfacher Vorstich
Eine schnellere Variante für dekorative Etiketten, die keiner großen Belastung ausgesetzt sind. Die Nadel geht nacheinander durch die Löcher und füllt auf dem Rückweg die Lücken.
Tipps für das Nähen von Hand
- Verwenden Sie gewachstes Garn – es gleitet leichter durch das Leder und franst nicht aus.
- Bei Strick legen Sie hinten ein Stück Vlieseline oder dünnen Stoff unter, damit sich das Gestrick nicht dehnt.
- Ziehen Sie nicht zu fest an – das Gestrick um das Etikett kräuselt sich sonst.
Besonderheiten je nach Etikettmaterial
| Material | Besonderheit beim Nähen | Tipp |
|---|---|---|
| Dickes Echtleder | Die Nadel kann sich verbiegen oder Stiche auslassen | Dickere Nadel, geringere Geschwindigkeit, längerer Stich |
| Dünnes Echtleder | Reißt bei kurzem Stich leicht ein | Stich 3,5–4 mm, ohne Rückstich |
| Kunstleder | Klebt unter dem Fuß | Teflon- oder Rollfuß, Papier obenauf |
| Jacron | Stabil, lässt sich leicht nähen | Standard-Jeansnadel |
Industrielles Annähen von Lederetiketten
In der Produktion werden Lederetiketten auf Ketten- oder Doppelsteppstichmaschinen mit Ober- und Untertransport genäht, der ein Verrutschen verhindert. Bei großen Serien werden die Etiketten nach Schablone angenäht, damit sie an jedem Teil an derselben Stelle sitzen. Für reproduzierbare Ergebnisse sollten die Etiketten gleich groß sein und exakt geschnittene Ecken haben – präzise gefertigte Etiketten sparen daher Zeit in der Näherei.
Die Wahl des Garns
Das Garn muss mindestens so fest sein wie die Nähte des Produkts selbst. Für Jeans und Taschen verwendet man dickere Polyester- oder Polyamidgarne, die zug- und scheuerfest sind. Sehen Sie sich die Garne für Schuhe und Leder für stark beanspruchte Produkte und die Nähgarne für Standardbekleidung an. Die Garnfarbe kann für einen dezenten Look zum Etikett passen oder kontrastieren – zum Beispiel Gelborange, das die Nähte der Jeans aufgreift.
Häufige Fehler
- Zu kurzer Stich, der das Leder perforiert und reißen lässt.
- Naht zu nah am Rand – das Etikett rutscht heraus.
- Stecknadeln, die sichtbare Löcher hinterlassen.
- Rückstich im Leder am Anfang und Ende.
- Etikett breiter als Bund oder Tasche, das sich nicht gerade annähen lässt.
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