Ösen einschlagen – Schritt für Schritt mit Werkzeug

Polkom
Ösen einschlagen – Schritt für Schritt mit Werkzeug

Wenn Sie sich fragen, wie man Ösen einschlägt: Der Vorgang umfasst vier Schritte. Sie markieren die Stelle, stanzen ein Loch mit dem Durchmesser des Ösenschafts, setzen die Öse von der rechten Seite und die Scheibe von der linken Seite ein und verpressen den Schaft anschließend mit Zange, Handlocheisen und Hammer oder Presse. Der Schaft weitet sich und rollt sich über die Scheibe, wobei er das Material zwischen beiden Teilen einklemmt. Das Ergebnis ist ein stabiles, glattes Loch ohne Ausfransen.

Woraus eine Öse besteht

Die Standard-Metallöse besteht aus zwei Teilen:

  • Öse (Oberteil) – ein Ring mit Rand (das sichtbare Vorderteil) und einem röhrenförmigen Schaft, der durch das Material geführt wird.
  • Scheibe (Gegenscheibe) – eine flache oder leicht gewölbte Scheibe, die auf der linken Seite angesetzt wird. Der Schaft wird über sie gebördelt.

Es gibt auch Ösen ohne Scheibe, bei denen der Schaft direkt auf das Material gebördelt wird. Sie sind kleiner und werden bei dünnen Stoffen und dekorativen Löchern verwendet. Mehr zu den Unterschieden finden Sie im Katalog der Ösen.

Welches Werkzeug Sie benötigen

  • Ösenzange – für kleine Größen und kleine Mengen, praktisch für zu Hause und im Atelier.
  • Locheisen für das Loch – ein hohles Locheisen mit dem Durchmesser des Schafts, das mit dem Hammer auf einer Gummi- oder Kunststoffunterlage eingeschlagen wird.
  • Einschlagset – Amboss (Unterwerkzeug) mit Vertiefung für den Rand und Oberstempel, der den Schaft beim Hammerschlag aufweitet.
  • Hand- oder Tischpresse – mit Werkzeugen für die jeweilige Ösengröße; liefert gleichmäßige Ergebnisse bei Serienarbeit.
  • Ösenautomat – in Näh- und Schuhbetrieben, mit automatischer Ösenzufuhr.

Ösen einschlagen – Schritt für Schritt

  1. Stelle markieren. Markieren Sie die Lochmitte mit Kreide oder einem auswaschbaren Marker. Bei mehreren Ösen nutzen Sie eine Schablone, damit die Abstände gleich sind.
  2. Material verstärken. Bei dünnen und dehnbaren Stoffen bügeln oder nähen Sie eine Einlage (Vlieseline) auf die linke Seite. Sie schützt das Loch vor dem Ausreißen.
  3. Loch stanzen. Legen Sie das Material auf eine Unterlage und stanzen Sie mit einem Locheisen, dessen Durchmesser dem Außendurchmesser des Schafts entspricht. Bei Stoff können Sie ein kleines Kreuz einschneiden, doch ein rundes Loch ergibt ein saubereres Resultat.
  4. Öse einsetzen. Führen Sie den Schaft von der rechten Seite durch das Loch. Er muss straff sitzen, ohne die Ränder einzureißen.
  5. Scheibe aufsetzen. Setzen Sie die Scheibe auf der linken Seite mit der richtigen Seite nach oben auf den Schaft (in der Regel die gewölbte Seite zum Material, sofern der Hersteller nichts anderes angibt).
  6. Verpressen. Legen Sie die Öse mit dem Rand nach unten in den Amboss, setzen Sie den Stempel in den Schaft und schlagen Sie mit 2–3 kräftigen Hammerschlägen zu. Mit Zange oder Presse ganz durchdrücken.
  7. Prüfen. Die Öse darf sich nicht frei drehen, der Schaft muss rundum gleichmäßig und ohne Risse gebördelt sein und das Material glatt um die Öse liegen.

Loch- und Schaftgröße richtig wählen

Die beiden wichtigsten Parameter sind Lochdurchmesser und Schafthöhe:

SituationErgebnisLösung
Das Loch ist größer als der SchaftDie Öse dreht sich und kann herausfallenKleineres Loch stanzen oder größere Öse wählen
Das Loch ist kleiner als der SchaftDas Material staucht sich und reißtLocheisen mit dem richtigen Durchmesser verwenden
Der Schaft ist zu langDer Schaft wird ungleichmäßig gequetschtMateriallage hinzufügen oder kürzeren Schaft wählen
Der Schaft ist zu kurzEr reicht nicht zum Bördeln, die Öse hält nichtÖse mit höherem Schaft wählen

Als Richtwert: Der Schaft sollte so weit über Material und Scheibe hinausragen, dass er sich gleichmäßig bördeln lässt. Bei dicker Plane oder Leder wählen Sie Modelle mit höherem Schaft.

Ösen in verschiedene Materialien einsetzen

Dünne Stoffe

Unbedingt mit Einlage verstärken oder den Stoff zwei- bis dreilagig falten. Wählen Sie kleine Ösen mit oder ohne Scheibe. Verwenden Sie keinen zu breiten Rand, der das Material beschwert.

Denim, Cord und dichte Stoffe

Eine Einlage ist meist nicht nötig. Verwenden Sie Ösen mit Scheibe und einem Schaft, der zur Dicke der Naht passt.

Leder

Das Loch wird mit dem Locheisen gestanzt, niemals mit der Schere geschnitten. Leder franst nicht aus, ist aber fest, daher sollte der Schaft etwas höher sein.

Plane, Vinyl und Banner

Verwendet werden größere Ösen mit breitem Rand, oft mit umgeschlagener oder verstärkter Materialkante. Bei vielen Löchern empfiehlt sich eine Presse.

Ösen in der Serienfertigung

Im Nähbetrieb werden Ösen in der Regel nach dem Zuschnitt und vor dem endgültigen Zusammennähen der Teile eingesetzt, solange das Teil flach liegt und sich leicht positionieren lässt. Die Positionen werden mit einer Schablone markiert oder direkt mit der Presse gestanzt, sofern diese ein integriertes Locheisen hat. Ösen für die Kapuzenkordel beispielsweise werden auf das Kapuzenteil gesetzt, bevor der Tunnelsaum genäht wird, durch den die Kordel läuft. Wichtig ist ein Probeeinsatz an einem Teil aus derselben Stoffcharge, da Dicke und Dichte zwischen den Chargen variieren können. Der Bediener sollte in festen Abständen prüfen, ob der Schaft gleichmäßig gebördelt wird und das Werkzeug nicht verschlissen ist.

Die häufigsten Fehler beim Ösen-Einschlagen

  • Ein Loch stanzen, das größer ist als der Schaft.
  • Einsetzen ohne Verstärkung bei dünnem Stoff.
  • Verkehrt herum aufgesetzte Scheibe.
  • Zu schwache Schläge, bei denen der Schaft nur teilweise gebördelt wird.
  • Werkzeug verwenden, das nicht für diese Ösengröße bestimmt ist.
  • Öse auf eine Naht setzen, deren Dicke an beiden Seiten unterschiedlich ist.

Ösen in Kombination mit anderem Zubehör

Bei Sweatshirts und Hosen bilden Ösen meist ein Set mit Kordeln, Kordelenden und Kordelstoppern, bei Denim und Arbeitskleidung mit Nieten und Druckknöpfen im gleichen Finish. Planen Sie sie gemeinsam, um ein Werkzeug und eine Presseneinstellung zu nutzen.

Ösen im Großhandel von Polkom

Polkom ist ein bulgarischer Hersteller von Zubehör für Mode, Möbel, Schuhe und Taschen mit Sitz in Sofia und über 30 Jahren Erfahrung. Wir bieten Ösen in verschiedenen Größen, Materialien und Finishes, Ausführungen mit Logo und bei Bedarf das Anbringen des Zubehörs. Senden Sie uns eine Anfrage mit Größe, Material und Stoffart über die Kontaktseite, und Sie erhalten ein Angebot und Muster.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Kann man Ösen ohne Spezialwerkzeug einsetzen?
Ganz ohne Werkzeug lässt sich kaum eine haltbare Öse setzen. Das Minimum sind ein hohles Locheisen für das Loch und ein Set aus Amboss und Stempel, die mit einem normalen Hammer geschlagen werden. Kunststoffösen für Gardinen werden von Hand eingeklickt, Metallösen dagegen müssen gebördelt werden, sonst lockern sie sich schnell und fallen heraus.
Auf welche Seite kommt die Scheibe der Öse?
Die Scheibe wird auf der linken Seite des Materials angesetzt, die Öse mit dem Rand auf der rechten Seite. Der Schaft läuft durch das Loch und die Scheibe und wird beim Verpressen über die Scheibe gebördelt. Ist die Scheibe leicht gewölbt, zeigt die Wölbung meist zum Material, prüfen Sie aber die Hinweise zum jeweiligen Ösenmodell.
Welches Loch muss ich für eine Öse stanzen?
Das Loch sollte dem Außendurchmesser des Schafts entsprechen oder ganz wenig kleiner sein, damit er straff sitzt. Ist das Loch größer, dreht sich die Öse und kann herausfallen. Verwenden Sie ein hohles Locheisen in exakter Größe und stanzen Sie bei Stoff erst nach dem Aufbügeln einer Einlage, damit der Kreis sauber bleibt.
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