Die Pflegesymbole auf dem Etikett sind fünf Symbolgruppen, die immer in derselben Reihenfolge stehen: Waschen (Waschbottich), Bleichen (Dreieck), Trocknen (Quadrat), Bügeln (Bügeleisen) und professionelle Reinigung (Kreis). Punkte zeigen die Temperatur, Balken unter dem Symbol eine schonendere Behandlung, und das Kreuz bedeutet „nicht zulässig“. Das System ist in der internationalen Norm ISO 3758 beschrieben und wird in ganz Europa verwendet.
Pflegesymbole auf dem Etikett – woher sie kommen und warum sie überall gleich sind
Die Pflegesymbole wurden geschaffen, damit der Käufer versteht, wie er das Kleidungsstück pflegen soll, ohne einen Text in einer fremden Sprache zu lesen. Sie werden von der internationalen Vereinigung GINETEX verwaltet und sind in ISO 3758 genormt. Deshalb trägt dieselbe Bluse, ob in Bulgarien, Deutschland oder Italien verkauft, dieselben Symbole, während die Faserbezeichnungen in die Sprache des jeweiligen Landes übersetzt werden.
Wichtig zu wissen: Das Symbol zeigt immer die maximal zulässige Behandlung. Steht auf dem Etikett 40 °C, ist Waschen bei 30 °C sicher, bei 60 °C dagegen nicht. Dasselbe gilt für Bügeln und Trocknen.
Die fünf Gruppen und ihre Reihenfolge auf dem Etikett
Die Norm sieht vor, dass die Symbole in einer festgelegten Reihenfolge von links nach rechts stehen. So findet jeder, der Etiketten gewohnt ist, die nötige Information auf einen Blick.
- Waschen – Bottich mit Wasser. Die Zahl darin ist die Höchsttemperatur in Grad Celsius. Eine Hand im Bottich bedeutet Handwäsche.
- Bleichen – Dreieck. Ein leeres Dreieck erlaubt jedes Bleichmittel, mit zwei schrägen Linien nur Sauerstoffbleiche (ohne Chlor).
- Trocknen – Quadrat. Mit einem Kreis darin bezieht es sich auf den Trockner (Tumbler), mit Linien auf das natürliche Trocknen.
- Bügeln – Bügeleisen. Ein, zwei oder drei Punkte zeigen die Höchsttemperatur der Bügelsohle.
- Professionelle Reinigung – Kreis. Die Buchstaben P und F stehen für chemische Reinigung mit Lösemitteln, W für professionelle Nassreinigung.
Die Grundlogik: Punkte, Balken und Kreuz
Sobald Sie drei Regeln verinnerlicht haben, lesen Sie fast jedes Etikett, selbst wenn Sie ein Symbol zum ersten Mal sehen.
Punkte – Temperatur
Je mehr Punkte, desto höher die erlaubte Temperatur. Beim Bügeleisen entspricht ein Punkt etwa 110 °C, zwei Punkte 150 °C und drei Punkte 200 °C. Beim Trockner bedeutet ein Punkt niedrige Temperatur, zwei Punkte normale. In manchen außereuropäischen Systemen stehen auch im Waschbottich Punkte statt einer Zahl.
Balken – schonendere Behandlung
Ein Balken unter dem Bottich bedeutet ein Schonprogramm mit reduzierter Mechanik (das typische Pflegeleicht-Programm). Zwei Balken bedeuten ein sehr schonendes Programm, wie es für Wolle und empfindliche Gewebe verwendet wird. Die Balken unter dem Kreis bei der professionellen Reinigung haben dieselbe Bedeutung – ein milderes Verfahren.
Kreuz – Verbot
Ein schräges Kreuz über einem beliebigen Symbol bedeutet, dass diese Behandlung nicht erlaubt ist: nicht waschen, nicht bleichen, nicht im Trockner trocknen, nicht bügeln bzw. nicht chemisch reinigen.
Die häufigsten Kombinationen
| Produktart | Typische Symbolkombination | Was das in der Praxis bedeutet |
|---|---|---|
| Baumwoll-T-Shirt | 30 oder 40 °C, Dreieck mit Kreuz, Trockner mit einem Punkt, Bügeleisen mit zwei Punkten | Normalwäsche, kein Bleichmittel, Trocknen auf niedriger Stufe, mittlere Bügeltemperatur |
| Wollpullover | Handwäsche oder 30 °C mit zwei Balken, liegend trocknen, Bügeleisen mit einem Punkt | Sehr schonende Wäsche, nicht auswringen und nicht auf der Leine aufhängen |
| Jeans | 30 oder 40 °C, kein Bleichmittel, Bügeleisen mit zwei oder drei Punkten | Auf links waschen, bügeln je nach Zusammensetzung |
| Sakko oder Mantel | Durchgestrichener Bottich, Kreis mit P | Nur professionelle chemische Reinigung |
Was die Symbole nicht zeigen
Die Symbole sagen nicht, woraus das Kleidungsstück genäht ist. Diese Information steht gesondert in der Faserzusammensetzung, zum Beispiel „80 % Baumwolle, 20 % Polyester“. Sie geben auch nicht an, ob das Kleidungsstück auf links, getrennt von hellen Farben oder im Wäschenetz gewaschen werden soll. Solche Hinweise kann der Hersteller als kurzen Text ergänzen, etwa „Separat waschen“ oder „Auf links waschen“. Beide Teile – Symbole und Text – stehen meist auf demselben Pflegeetikett.
Wer die Symbole für ein Kleidungsstück festlegt
Die Verantwortung liegt beim Hersteller oder bei der Marke, die das Produkt in Verkehr bringt. Die Symbole richten sich nach der empfindlichsten Komponente: Hat ein Mantel einen Oberstoff aus Wolle und ein Futter aus Viskose, müssen die Hinweise beide schützen, ebenso Knöpfe, Applikationen und verklebte Teile. Gute Praxis ist, bei neuen Materialien eine Probewäsche eines Musters zu machen, bevor die Etiketten in Druck gehen.
Für Marken mit mehreren Kollektionen lohnt sich eine interne Tabelle mit den typischen Kombinationen für jede Stoffart. So vermeidet man Widersprüche, etwa ein Bügeleisen mit drei Punkten auf einem Produkt mit 5 % Elastan, das keine hohe Temperatur verträgt.
Wie die Symbole auf das Etikett gedruckt werden
Die Symbole werden zusammen mit dem Text gedruckt, meist mit schwarzer oder dunkler Farbe auf weißem oder cremefarbenem Satin- oder Taftband. Sie müssen lesbar bleiben, daher setzt man sie bei schmalen Bändern von 20–25 mm in eine zweite Zeile oder auf eine eigene Seite. Ist das Hauptetikett der Marke gewebt, bestellt man das Pflegeetikett als bedrucktes Etikett in derselben Breite und Farbe, damit beide wie ein Set wirken. Weitere Varianten finden Sie in der Kategorie Etiketten.
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