Reliefetiketten sind Kartonanhänger, bei denen das Logo oder der Schriftzug durch Druck zwischen zwei Metallformen entweder erhaben (emboss) oder vertieft (deboss) in den Karton geprägt wird. Die Prägung kann blind – also ohne Farbe oder Folie – erfolgen oder mit Druck und Folie kombiniert werden. So entsteht ein taktiles Erlebnis: Der Kunde sieht und fühlt die Marke, was den wahrgenommenen Wert des Produkts sofort erhöht.
Reliefetiketten: Emboss versus Deboss
| Emboss (Relief) | Deboss (Prägung) | |
|---|---|---|
| Effekt | erhaben über der Oberfläche | vertieft unter der Oberfläche |
| Rückseite | Vertiefung | Erhebung (bei dünnem Karton) |
| Optik | sichtbar, plastisch, „skulptural“ | diskret, „geprägt“ |
| Geeigneter Karton | fest, weich, voluminös | fest, kaschiert, Designerkarton |
| Typische Kombination | Folienprägung, Druck | Folienprägung, Blindprägung auf dunklem Karton |
Beide Techniken werden mit ähnlichen Werkzeugen ausgeführt – einer männlichen und einer weiblichen Matrize (Klischee und Kontraklischee). Beim Emboss wird der Karton nach oben gedrückt, beim Deboss nach unten gepresst.
Arten von Relief je nach Effekt
Blindprägung
Nur die Form, ohne Farbe. Das Logo wird durch Licht und Schatten sichtbar. Besonders elegant wirkt sie auf weißem, schwarzem oder farbigem Karton, der nicht bedruckt ist. Blindprägung bevorzugen Marken mit minimalistischer Identität.
Relief in Register mit Druck
Das Relief stimmt exakt mit einem gedruckten Element überein – zum Beispiel ist das Logo farbig gedruckt und gleichzeitig erhaben. Dies erfordert präzise Ausrichtung und kleine Toleranzen im Design.
Folienprägung
Das Logo wird mit Gold-, Silber- oder Farbfolie überzogen und gleichzeitig geprägt. So entsteht der Effekt einer metallischen Emblemprägung. Diese Kombination ist typisch für luxuriöse Hangtags.
Mehrstufiges (skulpturales) Relief
Die Matrize hat mehrere Höhenstufen oder abgerundete Übergänge, sodass das Bild wie ein Basrelief wirkt. Diese Technik wird für komplexe Logos und Wappen eingesetzt. Die Herstellung einer solchen Matrize ist aufwändiger und lohnt sich bei dauerhaftem Markeneinsatz.
Welcher Karton eignet sich für Relief
- Dicke. Je tiefer das Relief, desto fester sollte der Karton sein. Für sichtbare Effekte werden meist Kartons ab 350 g/m² oder kaschierte Kartons gewählt.
- Struktur. Weiche, voluminöse und baumwollhaltige Kartons nehmen das Relief am besten auf – die Prägung wird tief und mit weichen Kanten. Sehr glatte und harte Kartons können an den Prägungskanten reißen.
- Oberfläche. Laminierte Kartons können ebenfalls geprägt werden, allerdings kann ein starkes Relief das Laminat oder den Lack beschädigen.
- Rückseite. Beim Emboss bleibt auf der Rückseite eine Vertiefung. Sind dort Druckdaten, sollten sie nicht direkt hinter dem Relief liegen. Bei kaschierten Kartons wird das Relief nur in der oberen Lage gemacht, die Rückseite bleibt glatt.
So bereiten Sie Ihr Logo für Relief vor
- Vektordatei mit der Reliefzone auf einer separaten Ebene.
- Vereinfachung. Sehr feine Details, dünne Linien und kleine Schrift verlieren an Lesbarkeit im Relief. Linien sollten mindestens 0,5 mm breit sein, Schrift größer als beim Druck.
- Abstände zwischen Elementen. Öffnungen in Buchstaben (z. B. „a“, „e“, „o“) dürfen nicht zu klein sein, da sie sich sonst schließen.
- Abstand zum Rand und Loch. Das Relief verformt den Karton um sich herum – halten Sie einen freien Bereich ohne Relief am Schnitt- und Lochrand ein.
- Richtung. Geben Sie klar an, ob Sie Emboss oder Deboss wünschen und ob Folie oder Druck in Register verwendet wird.
Wann sich Relief lohnt
Da für Relief eine Matrizenherstellung nötig ist, lohnt es sich vor allem bei dauerhaftem Markeneinsatz, nicht bei saisonalen Designs. Es eignet sich, wenn:
- die Marke im mittleren oder höheren Preissegment ist und der Anhänger Qualität vermitteln soll;
- eine dezente Optik ohne viele Farben gewünscht ist – Blindprägung auf farbigem Karton;
- die Kollektion aus Naturmaterialien besteht und der taktile Effekt die Botschaft unterstützt;
- das Logo einfach genug ist, um als Form gut zu wirken.
Bei mehrfarbigen Logos mit Farbverläufen oder Fotos ist Relief ungeeignet. Verwenden Sie dann Druck und ergänzen Sie das Relief nur bei einem Element – Symbol oder Name.
Relief als Markenstil
Erhabene oder vertiefte Logos finden sich auch auf anderen Accessoires – geprägte Lederetiketten für Jeans und Taschen, gravierte Knöpfe, Metallplaketten. Wenn der Hangtag denselben taktilen Effekt wiederholt, wirkt die Marke konsistent. Varianten von Material und Form finden Sie bei Kartonetiketten.
Relief und Lochposition
Relief verändert die Kartongeometrie: Um die erhabene Fläche zieht sich das Material leicht, bei großer Fläche kann sich der Anhänger wölben. Deshalb wird bei rechteckigen Anhängern das Relief meist im unteren Drittel platziert, fern vom Loch. Ist der Anhänger klein und das Logo breit, empfiehlt sich Deboss, da es die Form weniger verformt. Bei Anhängern mit Kapsel prüfen Sie, dass zwischen Kapsel und Relief mindestens einige Millimeter flacher Karton liegen, sonst sitzt die Kapsel nicht eben und der Anhänger hängt schief.
Häufige Fehler bei Reliefetiketten
- Relief auf dünnem Karton – die Form ist schwach sichtbar, die Rückseite verformt sich.
- Zu tiefes Relief auf Laminat – das Laminat reißt an den Kanten.
- Kleine Schrift im Relief wird unleserlich.
- Druckdaten auf der Rückseite direkt hinter dem Relieflogo.
Reliefetiketten von Polkom
Polkom fertigt Kartonetiketten mit Blindprägung, Prägung, Folienprägung und Kombinationen mit Druck nach Maß. Wir unterstützen Sie bei der Logoanpassung für Relief und bei der Kartonauswahl. Vor dem Druck senden wir Muster. Die Mindestmengen richten sich nach Artikel. Senden Sie Ihre Anfrage mit Logo und gewünschtem Effekt.














