Etiketten für Schuhe sind in der EU durch die Richtlinie 94/11/EG geregelt: Mindestens ein Schuh des Paares muss Angaben zum Material der drei Hauptteile tragen – Obermaterial, Futter und Decksohle sowie Laufsohle – mittels standardisierter Piktogramme oder Text. Angegeben wird das Material, das mindestens 80 % der Fläche bzw. des Volumens des jeweiligen Teils ausmacht. Neben diesem Pflichtetikett ergänzen die meisten Marken ein Etikett mit Logo – aus Leder, gewebt oder bedruckt.
Etiketten für Schuhe: was die Richtlinie verlangt
Die Richtlinie gilt für Schuhe, die in der EU an Endverbraucher verkauft werden. Die wichtigsten Regeln sind:
- Drei Teile. Angaben werden zum Obermaterial, zu Futter und Decksohle sowie zur Laufsohle gemacht.
- Vier Materialgruppen. Leder, beschichtetes Leder, Textil (natürlich und synthetisch) und sonstige Materialien.
- Die 80-%-Regel. Angegeben wird das Material, das mindestens 80 % der Fläche von Obermaterial und Futter bzw. des Volumens der Laufsohle ausmacht. Erreicht kein Material 80 %, werden die beiden wichtigsten genannt.
- Form. Die Angaben erfolgen per Piktogramm oder schriftlich, in der Sprache des Landes, wie es die nationalen Vorschriften festlegen.
- Ort. Das Etikett befindet sich an mindestens einem Schuh jedes Paares – aufgedruckt, aufgeklebt, geprägt oder befestigt.
- Lesbarkeit. Das Etikett muss lesbar, fest angebracht und zugänglich sein und eine ausreichende Größe haben.
Der Text ist eine praktische Übersicht, keine Rechtsberatung – prüfen Sie die aktuelle Fassung der Anforderungen und die nationalen Vorschriften, wenn Sie exportieren.
Die Piktogramme im Überblick
| Schuhteil | Was es umfasst |
|---|---|
| Obermaterial | Der äußere Teil, der mit der Laufsohle verbunden ist |
| Futter und Decksohle | Die Innenauskleidung und die Innensohle |
| Laufsohle | Der untere Teil, der mit dem Boden in Kontakt kommt |
| Material | Piktogramm (Beschreibung) |
|---|---|
| Leder | Silhouette einer gegerbten Haut |
| Beschichtetes Leder | Silhouette einer Haut mit Raute |
| Textil | Symbol, das einem Gewebe ähnelt |
| Sonstige Materialien | Raute |
Auf dem Etikett steht das Piktogramm für das Schuhteil neben dem Piktogramm für das Material. So sieht der Käufer zum Beispiel, dass das Obermaterial aus Leder, das Futter aus Textil und die Laufsohle aus sonstigen Materialien besteht.
Etiketten für Schuhe und die Textilvorschriften
Schuhe haben nach der Richtlinie 94/11/EG ein eigenes Kennzeichnungssystem, das sich von dem für Bekleidung nach der Verordnung 1007/2011 unterscheidet. Deshalb wird die Zusammensetzung von Schuhen in der Regel nicht in Faserprozenten wie bei Kleidung angegeben, sondern das Material jedes Teils per Piktogramm oder Text. Stellt die Marke jedoch auch Textilaccessoires her – Socken, Schals, Mützen –, gelten für diese die Regeln für Textilerzeugnisse.
So wird das Etikett ausgeführt
- Druck auf Decksohle oder Gummizug – die verbreitetste Lösung bei Massenschuhen.
- Selbstklebendes Etikett auf der Laufsohle – praktisch, aber leicht zu entfernen.
- Innen angenähtes Textiletikett – in der Naht der Zunge oder der Ferse. Haltbar und lesbar.
- Prägung – auf der Ledersohle oder der Laufsohle.
Weiche bedruckte Etiketten, die in den Schuh eingenäht werden, finden Sie bei den Textiletiketten.
Das Markenetikett bei Schuhen
Neben den Pflichtangaben tragen Schuhe auch eine Marke. Beliebte Lösungen sind:
- Lederetikett an Zunge oder Ferse, mit geprägtem Logo oder Folie – siehe Lederetiketten.
- Webetikett an der Zunge bei Sport- und Stoffschuhen.
- Druck oder Prägung auf der Decksohle – das Logo ist beim Anziehen sichtbar.
- Metallplakette – außen bei Stiefeln und bei Taschen derselben Kollektion.
Ein Hängeetikett aus Karton oder ein Etikett auf dem Schuhkarton ergänzt die Präsentation und trägt Größe, Modell und Barcode.
Beispiel für ein Schuhetikett
Nehmen wir einen Ledermokassin mit Textilfutter und Gummisohle. Das Etikett enthält drei Zeilen: Piktogramm Obermaterial mit Piktogramm Leder, Piktogramm Futter und Decksohle mit Piktogramm Textil sowie Piktogramm Laufsohle mit Piktogramm sonstige Materialien. Besteht das Futter teils aus Leder und teils aus Textil und erreicht kein Material 80 %, werden beide genannt. Dazu ergänzt die Marke meist Größe, Modell und Logo auf der Decksohle, bei Export auch Text in der jeweiligen Sprache. Das Etikett kann direkt auf die Innenseite der Zunge gedruckt oder als Textiletikett in die Fersennaht eingenäht werden.
Schuhe und Taschen in einer Kollektion
Bietet die Marke Schuhe, Taschen und Bekleidung an, sollten die Markenetiketten einen einheitlichen Stil haben – dasselbe Lederetikett mit geprägtem Logo lässt sich an Schuhen, Taschen und Jacken einsetzen. Die Pflichtangaben unterscheiden sich jedoch: Schuhe folgen der Schuhrichtlinie, Bekleidung der Textilverordnung und Taschen den allgemeinen Anforderungen an Sicherheit und Information.
Die Schuhgröße
In Europa wird die Größe meist im Pariser Stich (EU-Größen) angegeben, manche Marken ergänzen UK, US oder die Fußlänge in Zentimetern. Die Größe wird auf die Decksohle, auf das Etikett an der Zunge oder innen in den Schuh gedruckt. Wählen Sie ein System und wenden Sie es konsequent an; bei Export ergänzen Sie das lokale System.
Praktische Tipps für Hersteller
- Bestimmen Sie die Materialien der drei Teile anhand der Spezifikation, nicht nach Augenmaß.
- Prüfen Sie, ob ein Material 80 % erreicht – falls nicht, nennen Sie die beiden wichtigsten.
- Platzieren Sie das Etikett dort, wo es lesbar ist, aber beim Tragen nicht stört.
- Verwenden Sie ein Etikettenmaterial, das Reibung und Feuchtigkeit standhält.
- Stimmen Sie das Markenetikett stilistisch auf die Bekleidungsetiketten ab, falls Sie auch eine solche Kollektion haben.
Alle Etikettenarten finden Sie in der Kategorie Etiketten.
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