Die Falzart von Webetiketten bestimmt, wie das Etikett angenäht wird und wie es am Kleidungsstück aussieht. Die Hauptvarianten sind gerader Schnitt, Mittenfalz (Loop Fold), Endfalz (End Fold), Mitrefalz (Mitre Fold) und kombinierte Falzungen. Das Nackenetikett ist meist mittig oder endgefalzt, für die Seitennaht werden Mittenfalz und Mitrefalz verwendet.
Warum die Falzart bei Webetiketten wichtig ist
Die Falzung ist nicht nur Ästhetik. Sie beantwortet drei praktische Fragen: ob die Enden des Etiketts sichtbar sind und scheuern, wie lange das Annähen im Betrieb dauert und wie viel vom Etikett nach dem Nähen sichtbar bleibt. Die richtige Falzung spart Zeit an der Nählinie und macht das Etikett angenehmer zu tragen.
Die wichtigsten Falzarten
| Falzung | Optik | Wie sie angenäht wird | Typische Position |
|---|---|---|---|
| Gerader Schnitt | flaches Rechteck | an allen vier Seiten | auf Stoff, Tasche, äußeres Branding |
| Mittenfalz (Loop Fold) | in der Mitte gefalzt | das offene Ende wird in eine Naht gefasst | Kragen, Seitennaht |
| Endfalz (End Fold) | beide Enden nach hinten umgeschlagen | links und rechts | Rückenpasse unter dem Kragen |
| Mitrefalz (Mitre Fold) | im 45°-Winkel gefalzt | das untere Ende in der Naht | Seitennaht, Saum |
| Manhattan / kombiniert | Enden umgeschlagen und Etikett mittig gefalzt | in der Naht, mit sauberen Kanten | Premium-Nackenetiketten |
Gerader Schnitt
Das Etikett bleibt flach, ohne Falzung. Die Kanten müssen gut versiegelt sein – mit Ultraschall, Heißmesser oder Laser –, da sie offen bleiben. Angenäht wird rundum oder nur an den beiden kurzen Seiten. Geeignet für Außenetiketten an Taschen, Ärmeln und Taschen sowie für Etiketten, die mit Thermokleber aufgebracht werden.
Mittenfalz (Loop Fold)
Das Etikett wird in der Mitte gefalzt, und die beiden offenen Enden werden in die Naht gefasst. So entsteht ein kleines „Fähnchen“, das frei hängt. Das ist die schnellste Annähart, denn das Etikett wird beim Nähen von Kragen oder Seitennaht mit eingelegt, ohne separaten Arbeitsgang.
Was zu beachten ist
- Der sichtbare Teil ist nur die Hälfte der Gesamtlänge, minus Nahtzugabe.
- Das Logo wird meist zweimal gewebt – einmal pro Hälfte – oder auf einer Seite, während die andere leer bleibt oder andere Angaben trägt.
- Bei T-Shirts kann das Nackenetikett nach außen klappen; stört Sie das, wählen Sie Endfalz.
Endfalz (End Fold)
Die beiden kurzen Enden des Etiketts sind nach hinten umgeschlagen. Das Etikett wird mit zwei kurzen Nähten links und rechts angenäht, meist an der Rückenpasse unter dem Kragen. So liegt es flach, klappt nicht um, und die Kanten berühren die Haut nicht. Das ist die Wahl für Hemden, Kleider, Sakkos und Mäntel. Es erfordert einen separaten Annäharbeitsgang, wirkt aber sauberer.
Mitrefalz (Mitre Fold)
Das Etikett wird im 45°-Winkel gefalzt, sodass beide Enden in dieselbe Richtung zeigen und in die Naht gefasst werden, während das Etikett seitlich absteht. Verwendet wird es für seitliche Fähnchen an Hosen, Röcken, Wäsche und Sportbekleidung, manchmal auch im Saum. Es zeigt das Logo sichtbarer, ohne dass man das Kleidungsstück öffnen muss.
Kombinierte Falzungen
Bei Premium-Nackenetiketten wird eine Falzung verwendet, bei der zuerst die Enden umgeschlagen und dann das Etikett mittig gefalzt wird. Das Ergebnis ist ein Fähnchen ohne sichtbare Schnittkanten. Weitere Kombinationen sind ein Mittenfalz mit einem einzelnen umgeschlagenen Ende oder spezielle Falzungen für Etiketten, die gleichzeitig in zwei Nähte gefasst werden.
Wie die Falzung die Größe beeinflusst
Bei der Größenangabe unterscheiden Sie zwei Parameter: die Gesamtlänge des Bandes vor dem Falzen und den sichtbaren Teil nach dem Annähen. Beim Mittenfalz mit einigen Millimetern Nahtzugabe ist der sichtbare Teil beispielsweise kleiner als die Hälfte der Gesamtlänge. Beim Endfalz werden von der Gesamtlänge die beiden Umschläge abgezogen. Möchten Sie eine bestimmte sichtbare Fläche für das Logo, sagen Sie das dem Hersteller, und er berechnet die Gesamtlänge.
Welche Falzung für welches Kleidungsstück
- T-Shirts, Sweatshirts – Mittenfalz im Nacken oder Endfalz unter dem Kragen.
- Hemden, Kleider, Sakkos – Endfalz.
- Hosen, Leggings, Wäsche – Mittenfalz oder Mitrefalz in der Seitennaht.
- Mützen – Mittenfalz in der hinteren Naht oder gerader Schnitt außen.
- Taschen, Rucksäcke – gerader Schnitt oder Mittenfalz in der Klappennaht.
Falzung und Automatisierung im Betrieb
In Betrieben mit größeren Serien werden Etiketten oft von der Rolle oder vom Stapel mit einheitlicher Ausrichtung an die Maschine zugeführt. Sind die Etiketten ungleichmäßig gefalzt, verliert der Bediener Zeit mit dem Ausrichten. Klären Sie daher bei der Bestellung, wie angenäht wird – von Hand, halb- oder vollautomatisch – und ob Sie die Lieferung als Einzelstücke oder auf Rolle bevorzugen. Der Hersteller stimmt Falzung und Verpackung auf Ihren Prozess ab.
Annähen: praktische Tipps
- Verwenden Sie Garn in der Grundfarbe des Etiketts, damit die Naht nicht sichtbar ist – wählen Sie aus den Nähgarnen.
- Lassen Sie einen freien Rand zwischen Logo und Nahtlinie.
- Nähen Sie bei endgefalzten Etiketten genau auf dem Falz, nicht auf dem Logo.
- Kombinieren Sie es in einer Naht mit einem Pflegeetikett, legen Sie das Webetikett oben auf, damit das Logo sichtbar ist.
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