Ein eigenes Symbol nur für das Schleudern gibt es nicht. Wer nach Pflegesymbolen fürs Schleudern sucht, sucht eigentlich die Balken unter dem Waschbottich: kein Balken – normales Schleudern, ein Balken – reduziert, zwei Balken – sehr schonend. Einen zusätzlichen Hinweis geben die Trocknungssymbole für „tropfnass“ (drei senkrechte oder zwei waagerechte Linien), die bedeuten, dass das Teil nicht ausgewrungen bzw. geschleudert wird.
Pflegesymbole fürs Schleudern – so lesen Sie sie
In der Norm ISO 3758 beschreiben die Balken unter dem Waschsymbol den gesamten Vorgang – wie stark sich die Trommel beim Waschen dreht und wie stark das Kleidungsstück am Ende geschleudert wird. Ein eigenes Zeichen für die Drehzahl müssen Sie daher nicht suchen. Es genügt ein Blick darauf, was unter dem Waschbottich steht.
| Symbol | Verfahren | Schleudern in der Praxis |
|---|---|---|
| Waschbottich ohne Balken | Normal | Volles Schleudern wie im Baumwollprogramm |
| Waschbottich mit einem Balken | Schonend | Reduzierte Drehzahl, meist wie im Pflegeleicht-Programm |
| Waschbottich mit zwei Balken | Sehr schonend | Niedrige Drehzahl oder kurzes Schleudern, wie im Wollprogramm |
| Waschbottich mit Hand | Handwäsche | Nicht wringen; Wasser durch leichtes Ausdrücken entfernen |
Die Norm nennt keine genauen Umdrehungen pro Minute, weil sich Waschmaschinen in Trommeldurchmesser und Programmen unterscheiden. Auf dem Etikett sehen Sie deshalb Balken und keine Zahl wie 800 oder 1200.
Trocknungssymbole, die „nicht schleudern“ signalisieren
Auch das Quadrat für das natürliche Trocknen enthält eine Information zum Schleudern:
- Drei senkrechte Linien im Quadrat – das Teil wird tropfnass aufgehängt, ohne Schleudern. Das ist das Zeichen, das Schleudern abzuschalten oder auf ein Minimum zu reduzieren.
- Zwei waagerechte Linien – liegend tropfnass trocknen, ohne Schleudern. Typisch für Strickwaren und empfindliche Stoffe.
- Eine senkrechte oder waagerechte Linie – übliches Trocknen auf der Leine oder liegend nach normalem Schleudern.
Warum das Schleudern für das Kleidungsstück wichtig ist
Starkes Schleudern entzieht Wasser, dehnt aber auch die Fasern, erzeugt Knitterfalten und strapaziert die Oberfläche. Bei manchen Materialien sind die Folgen dauerhaft.
Materialien, die hohe Schleuderdrehzahlen nicht mögen
- Wolle und Kaschmir – die Fasern verfilzen bei der Kombination aus Wärme, Wasser und Reibung.
- Viskose und Modal – sind im nassen Zustand schwächer und verformen sich.
- Seide – verliert Glanz und knittert dauerhaft.
- Synthetik mit Ausrüstung – bildet Falten, die sich schwer glätten lassen.
- Teile mit Gummiband oder Elasthan – verlieren bei wiederholtem starkem Dehnen ihre Elastizität.
Maschenware und Strick
Gestrickte Materialien sind besonders empfindlich, weil sich die Maschen leicht dehnen. Hohes Schleudern kann den Pullover verlängern oder die Seitennähte verziehen, sodass sich das Teil nach der Wäsche „verdreht“. Bei Strickwaren werden daher häufig zwei Balken unter dem Waschbottich mit liegendem Trocknen kombiniert.
Materialien, die es vertragen
Baumwollhandtücher, Bettwäsche, Jeans und dichte Baumwollartikel werden meist ohne Balken unter dem Waschbottich gewaschen und vertragen volles Schleudern. Das verkürzt die Trocknungszeit und beim Wäschetrockner auch den Energieverbrauch. Enthält die Jeans jedoch Elasthan, ist ein moderates Schleudern sinnvoll.
Praktische Einstellungen an der Waschmaschine
Bei den meisten Waschmaschinen lässt sich die Drehzahl manuell reduzieren. Hier sinnvolle Richtwerte, wenn das Etikett Balken zeigt:
- Ein Balken – wählen Sie das Pflegeleicht-Programm oder reduzieren Sie die Schleuderdrehzahl manuell auf einen mittleren Wert.
- Zwei Balken – Woll- oder Feinwaschprogramm mit niedriger Drehzahl.
- Drei senkrechte Linien im Trocknungsquadrat – Schleudern abschalten oder nur abpumpen.
- Gemischte Wäsche – nach dem empfindlichsten Teil in der Trommel einstellen.
Häufige Kundenfragen und wie Sie ihnen vorbeugen
Ein großer Teil der Reklamationen wegen eingelaufener oder verformter Kleidung entsteht, weil die Balken unter dem Waschbottich nicht verstanden werden. Der Käufer sieht „40 °C“ und startet das Baumwollprogramm mit vollem Schleudern, ohne auf die Linie darunter zu achten. Marken können dieses Risiko auf mehrere Arten verringern:
- Die Symbole groß genug drucken, damit die Balken auch nach mehreren Wäschen deutlich sichtbar sind.
- Einen kurzen Text unter den Symbolen ergänzen, etwa „Feinwäsche“ oder „Schonschleudern“, in der Sprache des Zielmarkts.
- Die Symbole auf dem Hängeetikett oder auf der eigenen Website erklären, besonders bei hochwertigen Strick- und Wollartikeln.
- Text und Symbole nicht an den Rand des Etiketts setzen, wo der Druck durch Reibung am schnellsten abnutzt.
Diese Maßnahmen verursachen keine Zusatzkosten, wenn sie schon beim Entwurf des Etiketts eingeplant werden, und ersparen viele Erklärungen nach dem Verkauf.
Worauf der Hersteller achten sollte
Für die Marke ist die Wahl der Balken Teil der Musterprüfung. Waschen Sie ein Muster im geplanten Verfahren und prüfen Sie, ob Maße, Kragenform, Nähte und die rechte Warenseite unverändert bleiben. Besondere Aufmerksamkeit verlangen die Details: Etiketten, Applikationen, Klebeeinlagen und Stickerei. Verformen sie sich beim vollen Schleudern, muss auf dem Pflegeetikett mindestens ein Balken stehen.
Auch das Etikett selbst muss den Vorgang überstehen. Der Druck auf Satin oder Taft erfolgt mit Textilfarben, und die Kanten werden so geschnitten, dass sie nicht ausfransen. Bei Artikeln mit häufiger und intensiver Behandlung, etwa Berufsbekleidung, bevorzugen manche Marken Textiletiketten aus dichterem Band.
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