Haken und Ösen sind kleine Metallverschlüsse aus gebogenem Draht. Jede Garnitur besteht aus einem Häkchen und einer Öse, die auf der Innenseite des Kleidungsstücks einander gegenüber angenäht werden. Greift der Haken in die Öse, schließen die Kanten dicht, und der Verschluss bleibt nahezu unsichtbar. Sie werden bei Kleidern, Röcken, Blusen, Wäsche und in der Haute Couture eingesetzt.
Warum sie Haken und Ösen heißen
Der Name beschreibt die beiden Teile genau: ein Haken, der einhakt, und eine Öse, in die er greift. Da sie aus Draht gefertigt werden, spricht man im Handel auch von Drahthaken oder Drahtverschlüssen. Mit Knöpfen im klassischen Sinn haben sie nichts zu tun – sie haben keine Löcher und gehen nicht durch ein Knopfloch. Verwechseln Sie sie auch nicht mit Metallknöpfen für Jeans: Haken und Ösen sind fein, leicht und für empfindliche Stoffe gedacht.
Wie sie aufgebaut sind
Der Haken
Der Haken ist ein so gebogener Draht, dass er auf der einen Seite einen gekrümmten Einhaker und auf der anderen zwei kleine Schlaufen zum Annähen bildet. Manche Haken haben einen leicht gewölbten Rücken, der den Druck auf den Stoff verringert.
Die Öse
Die Öse ist ein separates Teil, ebenfalls aus gebogenem Draht, mit zwei Schlaufen zum Annähen. Sie kann gerade sein (Steg), wenn die Stoffkanten überlappen, oder rund (Schlaufe), wenn die Kanten auf einer Linie zusammentreffen. In Ateliers wird statt einer Metallöse manchmal eine fast unsichtbare Fadenöse genäht.
Materialien und Oberflächen
Haken und Ösen werden aus Messing- oder Stahldraht gefertigt, galvanisch beschichtet oder lackiert. Am verbreitetsten sind drei Farben:
- Silber – Nickel oder ähnliche Beschichtung, universell für helle Stoffe;
- Gold – für warme Töne und sichtbare Details;
- Schwarz – auf dunklen Stoffen kaum sichtbar.
Die Beschichtung muss glatt sein, ohne Rauheiten, die feine Fäden erfassen, und wasch- und bügelbeständig.
Wo Haken und Ösen eingesetzt werden
| Artikel | Funktion |
|---|---|
| Kleider und Röcke mit nahtverdecktem Reißverschluss | Haken über dem Schieber nimmt den Zug auf |
| Ausschnitte und Rücken | Unsichtbarer Verschluss an der Kante |
| Blusen und Bustiers | Dezenter Verschluss an dünnen Stoffen |
| BHs, Korsetts, Bodys | Weitenregulierung |
| Bunde von Röcken und Damenhosen | Zusätzlicher Verschluss im Bund |
| Abend-, Braut- und Bühnenmode | Verschluss ohne Störung der Linie |
| Mäntel und Pelze | Größere Haken für verdecktes Schließen |
Vorteile von Haken und Ösen
- Unsichtbarkeit – sie werden innen angenäht und stören die Linie des Modells nicht.
- Geringes Gewicht – sie ziehen dünne Stoffe nicht nach unten.
- Exakte Verbindung – die Kanten treffen bei Bedarf ohne Überlappung zusammen.
- Ohne Maschine – sie werden mit Nadel und Faden angenäht, ohne Presse und Matrize.
- Leichter Austausch – ein beschädigter Haken ist in Minuten ersetzt.
Grenzen
Zudem erfordern Haken und Ösen Handarbeit beim Annähen, was bei großen Serien in der Zeitvorgabe berücksichtigt werden muss. An stark belasteten Stellen bei dichten Stoffen sind sie nicht geeignet. Bei Hosenbunden aus dichten Geweben funktionieren flache Hosenhaken besser, und wenn ein kleiner verdeckter Verschluss mit Klick gefragt ist, die Annäh-Druckknöpfe. Der Haken kann sich auch von selbst lösen, wenn die Öse ungenau sitzt oder das Kleidungsstück entgegen der Hakenrichtung gezogen wird.
Größen
Haken und Ösen gibt es in verschiedenen Größen – von den feinsten für Wäsche und Seidenblusen bis zu großen Haken für Mäntel und Pelze. Viele Hersteller bezeichnen die Größen mit Nummern, etwa 00, 0, 1, 2, 3 und größer, die Nummerierung ist aber nicht universell. Polkom führt Größen von 0,6 bis 2 mm. Die richtige Größe hängt von Stoffdicke und Belastung des Verschlusses ab – senden Sie im Zweifel ein Stoffmuster.
Pflege und Wäsche
Kleidung mit Haken und Ösen wäscht man am besten geschlossen, auf links gedreht und möglichst in einem Wäschenetz. So verfangen sich die Haken nicht in anderen Teilen und verbiegen sich nicht in der Trommel. Setzen Sie beim Bügeln das Eisen nicht direkt auf die Metallteile – bügeln Sie von links oder durch ein Tuch, damit auf dünnem Stoff keine Abdrücke bleiben. Verbiegt sich ein Haken, biegen Sie ihn vorsichtig mit einer kleinen Zange zurück oder ersetzen Sie ihn durch einen neuen derselben Größe.
Haken und Ösen in der Serienfertigung
In Nähereien werden Haken und Ösen am Ende des Fertigungsprozesses angenäht, nach dem Einnähen des Reißverschlusses und der Verarbeitung des Ausschnitts. Deshalb sollten sie schon bei der Modellentwicklung im technischen Datenblatt vorgesehen sein – mit genauer Position, Größe, Farbe und Anzahl. Fehlt am Tag der Endfertigung die passende Größe, kann die ganze Partie in Verzug geraten.
So wählen Sie Haken und Ösen
- Bestimmen Sie Position und Belastung – Ausschnitt, Reißverschluss, Bund, Wäsche.
- Wählen Sie die Öse – gerade bei Überlappung, rund bei aufeinandertreffenden Kanten.
- Wählen Sie die Größe nach Dicke und Gewicht des Stoffs.
- Wählen Sie die Farbe – Schwarz für dunkle, Silber für helle, Gold für warme Töne oder sichtbare Details.
- Testen Sie an einem Stoffstück vor dem Seriennähen.
Alle verfügbaren Modelle finden Sie in der Kategorie Haken und Ösen für Kleidung.
Haken und Ösen im Großhandel von Polkom
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