Textilfaserbezeichnungen auf dem Etikett – welche in der EU zulässig sind

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Textilfaserbezeichnungen auf dem Etikett – welche in der EU zulässig sind

Die Textilfaserbezeichnungen, die auf dem Etikett in der EU verwendet werden dürfen, sind in Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 aufgeführt. Nur diese Namen – zum Beispiel Baumwolle, Wolle, Polyester, Viskose, Elasthan – beschreiben die Zusammensetzung. Marken wie Lycra oder Tencel dürfen nur neben der gesetzlichen Bezeichnung stehen, und Begriffe wie „Bambus“ oder „Mikrofaser“ sind keine Faserbezeichnungen.

Textilfaserbezeichnungen – woher die Liste stammt

Die Verordnung enthält eine Tabelle mit Bezeichnungen und Beschreibungen der Fasern. Sie wird offiziell in alle EU-Sprachen übersetzt, daher sind die deutschen Bezeichnungen in der Verordnung, auf den Etiketten und in Laborberichten identisch. Steht eine Faser nicht auf der Liste, kann der Hersteller ihre Aufnahme beantragen, darf sie bis dahin aber nicht als Bezeichnung auf dem Etikett verwenden.

Naturfasern

Bezeichnung auf dem EtikettHerkunft
WolleVlies von Schafen oder Lämmern
Alpaka, Lama, Kamel, Kaschmir, Mohair, Angora, Vikunja, Yak, GuanakoHaare der jeweiligen Tiere; können mit oder ohne das Wort „Wolle“ angegeben werden
SeideFaser aus den Kokons der Seidenraupe
BaumwolleFaser aus den Samen der Baumwollpflanze
LeinenFaser aus dem Stängel des Flachses
HanfFaser aus dem Stängel des Hanfs
Jute, Ramie, Sisal, KokosPflanzenfasern für technische und Heimtextilien

Chemiefasern aus Zellulose und synthetische Fasern

Bezeichnung auf dem EtikettKurzbeschreibung
ViskoseRegenerierte Zellulose; umfasst Viskose aus Bambus und anderen Pflanzen
ModalRegenerierte Zellulose mit höherer Nassfestigkeit
LyocellRegenerierte Zellulose, gewonnen durch Lösen in einem organischen Lösungsmittel
Cupro, Acetat, TriacetatWeitere Zellulosefasern, oft für Futterstoffe
PolyesterDie am weitesten verbreitete synthetische Faser
Polyamid oder NylonBeide Bezeichnungen sind zulässig
Polyacryl, ModacrylSynthetische Fasern, oft als Wollersatz
ElasthanHochdehnbare Faser (bekannt unter Marken wie Lycra)
Polypropylen, PolyethylenLeichte synthetische Fasern für Sport- und technische Produkte
Elastomultiester, ElastolefinNeuere elastische Fasern
Metallfaser, GlasfaserDekorative und technische Fasern

Die Tabellen enthalten die in der Bekleidung gängigsten Bezeichnungen. Die vollständige Liste ist länger und wird bei der Zulassung neuer Fasern ergänzt.

Begriffe, die keine Faserbezeichnungen sind

Viele Etiketten und Onlinebeschreibungen enthalten Begriffe, die Handels- oder Marketingnamen und keine gesetzlichen Bezeichnungen sind. Sie dürfen nur zusammen mit der korrekten Bezeichnung verwendet werden.

  • Lycra, Spandex – die korrekte Bezeichnung ist „Elasthan“.
  • Tencel – eine Marke; auf dem Etikett muss je nach Faserart „Lyocell“ oder „Modal“ stehen.
  • Bambus – Bambusfasern, die durch Lösen der Zellulose gewonnen werden, sind als „Viskose“ anzugeben. „Bambus“ allein ist für ein solches Material keine zulässige Bezeichnung.
  • Mikrofaser – beschreibt die Feinheit der Faser, nicht die Art. Meist handelt es sich um Polyester oder Polyamid.
  • Satin, Jersey, Denim, Popeline – das sind Gewebe- oder Strickarten, keine Fasern.
  • Kunstseide – auf dem Etikett wird die konkrete Faser angegeben, zum Beispiel Viskose oder Polyester.
  • Rayon – eine in den USA gebräuchliche Bezeichnung; in der EU schreibt man „Viskose“, „Modal“ oder eine andere genaue Bezeichnung.

So werden die Bezeichnungen auf dem Etikett geschrieben

  • Mit der vollständigen Bezeichnung, ohne Abkürzungen wie PES, CO, EL oder PA.
  • In der Sprache des Landes, in dem das Produkt verkauft wird – für Deutschland auf Deutsch.
  • Mit dem Gewichtsanteil in Prozent vor oder nach der Bezeichnung, in absteigender Reihenfolge.
  • In einheitlicher Schriftart und -größe für alle Fasern.
  • Die Marke darf unmittelbar neben der Bezeichnung stehen, etwa „Elasthan (Lycra)“.

Beispiele für richtige und falsche Angaben

FalschRichtig
95% CO 5% EL95% Baumwolle, 5% Elasthan
70% Bambus, 30% Baumwolle70% Viskose, 30% Baumwolle
100% Tencel100% Lyocell
80% Wolle, 20% Synthetik80% Wolle, 20% Polyamid
100% Mikrofaser100% Polyester

Recycelte und Bio-Fasern

Immer mehr Marken verwenden recyceltes Polyester oder Bio-Baumwolle. Die Verordnung schafft dafür keine eigenen Bezeichnungen – auf dem Etikett steht „Polyester“ bzw. „Baumwolle“. Zusätze wie „recycelt“ oder „Bio“ können als ergänzende Information angegeben werden, müssen aber belegbar sein, zum Beispiel durch ein Zertifikat des Stofflieferanten. Ungeprüfte Umweltaussagen auf dem Etikett oder in der Beschreibung bergen das Risiko des Vorwurfs irreführender Werbung, daher werden sie vorsichtig und nur auf Grundlage von Dokumenten formuliert.

Mehrsprachige Etiketten

Wird das Produkt in mehreren Ländern verkauft, werden die Bezeichnungen in jeder Sprache wiederholt. Praktisch ist eine Tabelle mit den offiziellen Übersetzungen der von Ihnen verwendeten Fasern für alle Märkte. So entstehen keine Abweichungen zwischen den Kollektionen. Bei vielen Sprachen wird das Etikett mehrseitig – die Seiten werden gefaltet und zusammen in die Naht eingenäht. Weitere Ideen finden Sie bei den Pflegeetiketten und den bedruckten Etiketten.

Warum die genaue Bezeichnung wichtig ist

Eine falsche Bezeichnung gehört zu den häufigsten Beanstandungen bei der Marktüberwachung. Neben dem Risiko von Sanktionen untergräbt sie das Vertrauen des Käufers – besonders, wenn sich ein „Bambus“-T-Shirt als Viskose oder eine „Seiden“-Bluse als Polyester entpuppt. Ein korrektes Etikett zeugt von Professionalität und ist Teil der Produktqualität, genau wie Nähte und Zubehör. Die gesamte Palette an Kennzeichnungslösungen finden Sie in der Kategorie Etiketten.

Polkom – Unterstützung bei der Etikettenerstellung

Polkom ist ein bulgarischer Hersteller von Etiketten und Zubehör für Mode, Möbel, Schuhe und Taschen mit über 30 Jahren Erfahrung. Wir können den Text Ihrer Zusammensetzung prüfen, bevor wir ihn auf Pflegeetiketten mit Ihrem Logo drucken, und Ihnen ein Muster senden. Wir liefern in die gesamte EU. Schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Darf auf dem Etikett „Bambus“ stehen?
Wurde das Material durch Lösen von Bambuszellulose gewonnen, ist es Viskose, und auf dem Etikett muss die Bezeichnung „Viskose“ stehen. Das Wort „Bambus“ allein ist in der EU keine gesetzliche Faserbezeichnung. Manche Marken nennen die pflanzliche Quelle in der Produktbeschreibung, die Zusammensetzung auf dem Etikett muss jedoch die offizielle Bezeichnung verwenden.
Nylon oder Polyamid – was ist richtig?
Beide Bezeichnungen sind in der EU zulässig. Die Verordnung 1007/2011 nennt ausdrücklich „Polyamid oder Nylon“ als Bezeichnung für diese Gruppe synthetischer Fasern. In Europa wird in der Praxis häufiger „Polyamid“ verwendet, doch auch „Nylon“ ist korrekt, solange es nicht mit Marken ohne gesetzliche Bezeichnung vermischt wird.
Darf ich Abkürzungen wie PES und CO verwenden?
Auf dem Verbraucheretikett nicht. Die Verordnung verlangt vollständige Faserbezeichnungen in der Sprache des Marktes. Abkürzungen werden in technischen Unterlagen und im Handel zwischen Unternehmen verwendet, auf dem Pflegeetikett muss jedoch „Polyester“ und „Baumwolle“ stehen, nicht PES und CO.
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