Etiketten für Thermodirektdruck sind Papier- oder Kunststoffetiketten mit einer chemischen Schicht, die sich beim Erhitzen durch den Druckkopf dunkel färbt. Sie sind praktisch für Sendungen, Kartons und Lageretiketten, eignen sich aber nicht zum Einnähen in Kleidung, weil sie durch Wärme, Licht und Wäsche verblassen. Für Bekleidungsetiketten verwendet man Thermotransferdruck auf Textilband, bei dem die Farbe von einem Farbband auf Satin, Taft oder Polyester übertragen wird.
Die beiden Verfahren werden oft verwechselt, weil sie auf ähnlichen Druckern laufen. Der Unterschied ist jedoch wesentlich für alle, die Kleidung herstellen oder verkaufen.
Wie Etiketten für Thermodirektdruck funktionieren
Beim Thermodirektdruck gibt es weder Farbe noch Farbband. Der Druckkopf erhitzt bestimmte Punkte auf der speziell beschichteten Etikettenoberfläche, und dort schwärzt sich die chemische Schicht. Der Drucker ist einfach, es gibt keine Verbrauchsmaterialien außer den Etiketten selbst, daher ist das Verfahren in Handel, Kurierdiensten und Lagern weit verbreitet.
Dieselbe Wärmeempfindlichkeit ist zugleich die Schwäche. Wird das Etikett Sonne, einem heißen Bügeleisen, dem Trockner oder Reibung ausgesetzt, dunkelt die Oberfläche nach oder das Bild verblasst. Die Lesbarkeit hält Monate, nicht Jahre, und beim Waschen praktisch gar nicht.
Wo Thermodirekt-Etiketten im Modegeschäft sinnvoll sind
- Versand- und Kartonetiketten im Onlinehandel.
- Lageretiketten für Regale, Kisten und interne Warenbewegungen.
- Temporäre Preisetiketten, die vor dem Gebrauch entfernt werden.
- Barcode-Aufkleber auf der Verpackung des Kleidungsstücks.
Wie der Thermotransferdruck funktioniert
Beim Thermotransfer läuft zwischen Kopf und Etikett ein Farbband – eine dünne Folie, beschichtet mit Farbe auf Wachs-, Misch- oder Harzbasis. Der Kopf schmilzt die Farbe an den nötigen Punkten, und sie haftet auf dem Material. Für Textiletiketten verwendet man spezielle Harzfarbbänder, die in die Oberfläche des synthetischen Bandes eindringen und Wäsche und Reibung standhalten.
So entsteht ein Etikett, das in die Naht eingenäht werden kann und während der gesamten Lebensdauer des Kleidungsstücks lesbar bleibt.
Vergleich: Etiketten für Thermodirektdruck und Thermotransfer
| Kriterium | Thermodirekt | Thermotransfer (Textil) |
|---|---|---|
| Verbrauchsmaterial | Nur wärmeempfindliches Etikett | Textilband + Farbband |
| Material | Papier oder Kunststofffolie | Satin, Taft, Polyester |
| Waschbeständigkeit | Keine | Hoch bei geeignetem Farbband |
| Licht- und Wärmebeständigkeit | Gering, dunkelt nach | Hoch |
| Haptik | Steif, papierartig | Weich, textil |
| Typische Anwendung | Versand, Lager, temporäre Etiketten | Größen-, Pflege- und Logoetiketten im Kleidungsstück |
Welches Etikett für welche Aufgabe
In einem Geschäft oder einer Näherei kommen meist beide Arten vor, aber an verschiedenen Stellen:
- Im Kleidungsstück – ein bedrucktes Textiletikett oder ein Webetikett. Dazu gehören Markenetikett, Größe und das Pflegeetikett mit Pflegehinweisen.
- Außen angehängt – ein Hängeetikett aus Karton mit Preis, Modell und Barcode. Dazu siehe die Hängeetiketten; der Barcode wird manchmal als separater Aufkleber ergänzt.
- Auf Verpackung und Karton – ein Thermodirekt-Aufkleber mit Adresse, Lagercode oder Barcode.
Fehler, die wir in der Praxis sehen
- Ein eingenähter Papieraufkleber statt eines Textiletiketts. Er sieht im Geschäft gut aus, ist aber nach der ersten Wäsche unleserlich, und der Kunde bleibt ohne Pflegeinformation.
- Ein gewöhnlicher Etikettendrucker für Textilband. Das Band rutscht, der Druck ist ungleichmäßig, und das Farbband ist nicht waschfest.
- Wachsfarbband auf Satin. Der Druck sieht gut aus, lässt sich aber mit dem Fingernagel abkratzen und hält in der Waschmaschine nicht.
- Falsche Preiseinschätzung. Das günstige Thermodirekt-Etikett ist keine Alternative – es erfüllt schlicht nicht die Anforderung, dass Zusammensetzung und Pflege während der Lebensdauer des Produkts lesbar sind.
Wie Sie ein Thermodirekt-Etikett erkennen
Haben Sie Muster von verschiedenen Lieferanten erhalten und sind sich beim Material nicht sicher, gibt es einige einfache Prüfungen, die Sie selbst machen können.
- Fingernageltest. Fahren Sie schnell mit dem Fingernagel über eine leere Stelle des Etiketts. Die Thermodirekt-Oberfläche zeigt eine dunkle Reibspur, das Textilband nicht.
- Wärmetest. Halten Sie kurz ein Feuerzeug oder Heißluft aus der Entfernung daran. Thermodirekt-Material dunkelt fast sofort nach.
- Material beim Reißen. Papier reißt mit faseriger Kante, Kunststofffolie dehnt sich. Textilband ist gewebt und franst aus, wenn das Ende nicht versiegelt ist.
- Waschtest. Die zuverlässigste Prüfung: Nähen Sie das Muster auf ein Stück Stoff und waschen Sie es zwei- bis dreimal bei der Temperatur, die Sie auf dem Etikett angeben werden.
Ist das Etikett für die Innenseite des Kleidungsstücks bestimmt, muss es alle vier Prüfungen ohne sichtbare Veränderung bestehen. Andernfalls riskieren Sie Reklamationen und Probleme mit den Kennzeichnungsvorschriften. Bewahren Sie das freigegebene Muster als Referenz auf, um spätere Lieferungen damit zu vergleichen.
Gesetzliche Anforderungen an das Etikett im Kleidungsstück
In der EU müssen Textilerzeugnisse gemäß Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 Angaben zur Faserzusammensetzung tragen. Das Etikett muss dauerhaft befestigt, lesbar und leicht zugänglich sein. Pflegesymbole nach ISO 3758 sind nicht überall Pflicht, aber ein Standard, den Kunden erwarten. Beide Anforderungen setzen ein waschbeständiges Etikett voraus – etwas, das ein Thermodirekt-Etikett nicht leisten kann.
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