Öko-Etiketten für Kleidung – welche Aussagen auf dem Etikett erlaubt sind

Polkom
Öko-Etiketten für Kleidung – welche Aussagen auf dem Etikett erlaubt sind

Öko-Etiketten für Kleidung dürfen keine allgemeinen Botschaften wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „nachhaltig“ mehr tragen, wenn diese nicht belegt sind. Die Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel ändert die Regeln über unlautere Geschäftspraktiken und verbietet ab dem 27. September 2026 EU-weit allgemeine Umweltaussagen ohne anerkannte hervorragende Umweltleistung sowie Nachhaltigkeitssiegel, die nicht auf einem Zertifizierungssystem beruhen. Erlaubt bleiben konkrete, messbare und überprüfbare Aussagen – etwa „Band aus 100 % recyceltem Polyester“.

Öko-Etiketten für Kleidung: Was die Richtlinie 2024/825 verbietet

Die Richtlinie ergänzt die „schwarze Liste“ um neue Praktiken – solche, die unter allen Umständen als unlauter gelten, ohne dass nachgewiesen werden muss, dass ein bestimmter Verbraucher getäuscht wurde.

  • Allgemeine Umweltaussagen – „öko“, „umweltfreundlich“, „grün“, „naturfreundlich“, „naturschonend“, wenn die Marke keine anerkannte hervorragende Umweltleistung in Bezug auf die Aussage nachweisen kann.
  • Nachhaltigkeitssiegel ohne Zertifizierung – eigene Abzeichen und Logos, die nicht auf einem Zertifizierungssystem mit unabhängiger Kontrolle beruhen oder nicht von einer Behörde geschaffen wurden.
  • Aussage über das gesamte Produkt, obwohl sie nur für einen Teil gilt – zum Beispiel „recyceltes Kleidungsstück“, wenn nur das Futter recycelt ist.
  • Klimaneutralität auf Grundlage von Emissionskompensation.
  • Darstellung gesetzlicher Anforderungen als besonderes Merkmal des Produkts.

Welche Aussagen erlaubt bleiben

RiskantBessere Formulierung
„Öko-T-Shirt“„T-Shirt aus 100 % Bio-Baumwolle, zertifiziert nach [System]“
„Nachhaltige Jacke“„Oberstoff aus 60 % recyceltem Polyester“
„Grünes Zubehör“„Reißverschlüsse mit Band aus recyceltem Polyester“
„Klimaneutral“Konkrete Maßnahmen und Reduktionen, ohne Verweis auf Kompensation
„Ohne Chemikalien“„Auf Schadstoffe geprüft nach OEKO-TEX® Standard 100“, sofern das Produkt zertifiziert ist

Das Grundprinzip: Nennen Sie Bestandteil, Material, Prozentsatz und Nachweis.

Recyceltes Polyester auf dem Etikett

Recycelter Anteil gehört zu den am leichtesten belegbaren Aussagen, sofern Sie die Dokumente haben. Geben Sie den genauen Anteil für das jeweilige Teil des Produkts an und bewahren Sie das Lieferkettenzertifikat auf, zum Beispiel GRS oder RCS. Steht auf dem Pflegeetikett „100 % Polyester“ und auf dem Hängeetikett „recycelt“, müssen beide Angaben übereinstimmen. Nach Verordnung (EU) 1007/2011 wird die Faserzusammensetzung mit den Bezeichnungen der Verordnung angegeben; der Zusatz „recycelt“ ist eine ergänzende Information, die die vorgeschriebene Zusammensetzung nicht ersetzen darf.

OEKO-TEX-Logo und andere Zertifizierungszeichen

Logos anerkannter Zertifizierungssysteme – wie OEKO-TEX®, GRS und andere – sind erlaubt, wenn das Produkt tatsächlich zertifiziert ist und das Zeichen nach den Regeln des Systems verwendet wird. In der Regel erfordert das die Zertifikatsnummer und den Namen des Prüfinstituts auf dem Etikett. Zertifiziertes Zubehör berechtigt nicht automatisch dazu, das Logo auf dem gesamten Kleidungsstück zu führen – das fertige Produkt muss selbst zertifiziert sein.

Eigene „Öko“-Abzeichen der Marke

Viele Marken verwenden auf dem Hängeetikett ein eigenes Blatt-Symbol oder den Schriftzug „conscious“. Nach dem 27. September 2026 ist ein solches Zeichen nur zulässig, wenn es auf einem Zertifizierungssystem mit unabhängiger Kontrolle beruht oder von einer Behörde geschaffen wurde. Ist das Zeichen nur ein grafisches Element der Marke, darf es keinen Eindruck von Umweltqualität erwecken. Die sichere Alternative: Ersetzen Sie das Abzeichen durch einen konkreten Text.

Wo die Aussagen stehen: Pflege-, Hänge- oder Webetikett

  • Pflegeetikett – die vorgeschriebene Zusammensetzung, die Pflegesymbole und die Herstellerangaben. Überladen Sie es nicht mit Marketing.
  • Hängeetikett aus Karton – der beste Ort, um das Material, den Recyclinganteil und einen QR-Code zu weiteren Details zu erklären. Sehen Sie sich die Möglichkeiten bei den Hängeetiketten an.
  • Markenetiketten für Kleidung – das Hauptetikett trägt das Logo; ein Zusatz „eco“ ist hier riskant, weil er sich auf das gesamte Produkt bezieht.

Das Etikett selbst kann ebenfalls aus recyceltem Material sein – dann bezieht sich die Aussage auf das Etikett und nicht auf das Kleidungsstück.

Etiketten für Kleidung: Pflichtangaben und Umweltaussagen zusammen

Umweltaussagen kommen zu den bereits bestehenden Pflichten hinzu: Zusammensetzung nach 1007/2011, Herstellerangaben und Identifikation nach GPSR, eine für den Verbraucher verständliche Sprache. Am sichersten ist es, das gesamte Etikettenset auf einmal zu planen – was Pflicht ist, was Marketing ist und wo was steht – und für jede Aussage einen Nachweis aufzubewahren.

Aussagen zu Haltbarkeit und Reparatur

Die Richtlinie betrifft auch Aussagen, die nicht „grün“ klingen, sich aber auf die Lebensdauer des Produkts beziehen. So darf zum Beispiel keine Haltbarkeit bei normalem Gebrauch beworben werden, die das Produkt nicht erreicht, und ein Kleidungsstück darf nicht als reparierbar dargestellt werden, wenn es das nicht ist. Für Bekleidung ist das ein Anlass, über Dinge zu sprechen, die Sie zeigen können: Doppelnähte, verstärkte Taschen, Ersatzknöpfe, einen Reißverschluss mit austauschbarem Schieber, klare Pflegehinweise. Solche konkreten Fakten überzeugen den Käufer mehr und sind rechtlich sicherer, weil sie sich mit einem Blick auf das Produkt überprüfen lassen.

Checkliste vor dem Druck

  1. Gibt es allgemeine Begriffe wie „öko“, „grün“, „nachhaltig“ ohne Konkretisierung? Ersetzen Sie sie.
  2. Bezieht sich die Aussage auf das gesamte Produkt oder auf einen Teil? Nennen Sie den Teil.
  3. Haben Sie für jede Zahl und jedes Logo einen Nachweis?
  4. Stimmen Pflegeetikett, Hängeetikett und Online-Angebot überein?
  5. Verwenden Sie ein eigenes Abzeichen? Prüfen Sie, ob es zulässig ist.

Etiketten mit überprüfbaren Botschaften von Polkom

Polkom ist ein bulgarischer Hersteller von Etiketten und Zubehör für Mode, Möbel, Schuhe und Taschen aus Sofia mit über 30 Jahren Erfahrung. Wir fertigen Pflege-, Druck-, Web- und Hängeetiketten nach Ihrem Text und Logo; für alle Produkte ist ein OEKO-TEX®-Zertifikat verfügbar, Polkom besitzt außerdem ein GRS-Zertifikat, und recycelte Varianten bieten wir auf Anfrage an. Sehen Sie sich die Kategorie Etiketten an und senden Sie uns Ihren Text zur Prüfung über das Anfrageformular.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Darf ich „öko“ auf das Etikett eines Kleidungsstücks schreiben?
Nur wenn Sie eine anerkannte hervorragende Umweltleistung in Bezug auf die Aussage nachweisen können, zum Beispiel durch ein anerkanntes Umweltzeichen. Allgemeine Begriffe wie „öko“, „grün“ oder „naturfreundlich“ ohne einen solchen Nachweis sind in der EU ab dem 27. September 2026 verboten. Sicherer ist es, konkret zu benennen, was anders ist: Material, Recyclinganteil, Zertifikat.
Ist die Aussage „recyceltes Polyester“ erlaubt?
Ja, wenn sie konkret und belegbar ist. Geben Sie an, auf welchen Teil und in welchem Prozentsatz sie sich bezieht, etwa „Oberstoff aus 60 % recyceltem Polyester“, und bewahren Sie die Lieferkettendokumente auf, etwa ein GRS- oder RCS-Zertifikat. Die Aussage darf nicht suggerieren, dass das gesamte Kleidungsstück recycelt ist, wenn das nicht stimmt.
Darf ich das OEKO-TEX-Logo auf dem Hängeetikett verwenden?
Das OEKO-TEX®-Logo darf verwendet werden, wenn das fertige Produkt zertifiziert ist und Sie die Kennzeichnungsregeln des Systems einhalten, einschließlich der Zertifikatsnummer. Sind nur das Zubehör oder der Stoff zertifiziert, können Sie das im Text erwähnen, etwa dass Sie zertifizierte Komponenten verwenden, das Logo aber nicht als Zeichen für das gesamte Kleidungsstück anbringen.
Gelten diese Regeln auch für den Onlineshop?
Ja. Die Richtlinie betrifft alle geschäftlichen Mitteilungen an Verbraucher – Etikett, Hängekarte, Verpackung, Online-Angebot, Werbung und soziale Medien. Die Aussagen müssen überall gleich und belegbar sein. Es empfiehlt sich, die Produktbeschreibungen zusammen mit den Etiketten zu prüfen und allgemeine Formulierungen vor der neuen Saison zu entfernen.
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