Das Ursprungsland auf dem Etikett („Hergestellt in …“ oder „Made in …“) ist nach den allgemeinen EU-Regeln für Textilien nicht vorgeschrieben – die Verordnung 1007/2011 verlangt die Zusammensetzung, nicht die Herkunft. Viele Marken geben es freiwillig an, und manche Märkte außerhalb der EU, etwa die USA, verlangen es. Wird es angegeben, muss es zutreffen und darf den Käufer nicht irreführen.
Ursprungsland in der EU – was die Gesetzgebung sagt
In der EU gibt es keine allgemeine Pflicht, Textilerzeugnisse mit einer Herkunftsangabe zu versehen. Die Diskussionen über eine solche Pflichtangabe haben über die Jahre zu keiner allgemeinen Regel geführt. „Made in“ auf dem Etikett ist in der EU daher eine freiwillige Angabe. Wird sie aber angebracht, unterliegt sie den Regeln über unlautere Geschäftspraktiken: Sie darf keinen falschen Eindruck über den Herstellungsort erwecken.
Die Zollvorschriften der EU bestimmen den Ursprung von Waren für Ein- und Ausfuhr. Das ist ein eigenes Thema, aber eine nützliche Orientierung, wann ein Kleidungsstück als in einem bestimmten Land hergestellt gelten kann.
Wie der Ursprung eines Kleidungsstücks bestimmt wird
Grundsätzlich liegt der Ursprung dort, wo die letzte wesentliche, wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung stattgefunden hat, die zu einem neuen Produkt geführt hat. Bei Bekleidung ist das meist das Land, in dem das Kleidungsstück zugeschnitten und fertig genäht wurde. Manche Märkte und Handelsabkommen wenden konkretere Regeln an, etwa Anforderungen an den Ursprung des Stoffes.
| Situation | Typische Schlussfolgerung |
|---|---|
| Stoff aus Italien, Zuschnitt und Nähen in Bulgarien | Hergestellt in Bulgarien |
| In der Türkei genäht, in Bulgarien nur verpackt und etikettiert | Verpacken ist keine wesentliche Verarbeitung; der Ursprung bleibt die Türkei |
| In Bulgarien genäht, danach in einem anderen Land bestickt | Hängt von den Regeln für das konkrete Produkt ab; Stickerei reicht meist nicht aus |
| Zuschnitt in einem Land, Nähen in einem anderen | Meist das Land, in dem genäht wurde |
Die Tabelle ist eine allgemeine Orientierung. Beim Export und beim präferenziellen Ursprung werden die Regeln für das konkrete Produkt und Abkommen geprüft.
Märkte, die ein Ursprungsland verlangen
- USA – Textilerzeugnisse müssen das Ursprungsland auf Englisch tragen, meist als „Made in …“. Die Anforderung ist dort Teil der Textilkennzeichnungsregeln.
- Kanada – die Anforderungen an die Textilkennzeichnung sind streng; beim Import werden auch die Händlerangaben geprüft.
- Einige asiatische Märkte und Märkte im Nahen Osten – verlangen den Ursprung für die Zollabfertigung.
Exportieren Sie außerhalb der EU, klären Sie die Anforderungen mit dem Importeur oder Handelspartner, bevor Sie die Etiketten bestellen.
Wie die Herkunft geschrieben wird
In der EU gibt es keine vorgeschriebene Formulierung, üblich sind jedoch einige Standardvarianten:
- „Hergestellt in Bulgarien“ – in der Sprache des Marktes.
- „Made in Bulgaria“ – international verständlich, auf mehrsprachigen Etiketten oft die einzige Variante.
- „Made in EU“ – von manchen Marken verwendet; muss zutreffen und darf nicht irreführen.
- „Designed in … / Made in …“ – wenn Design und Produktion in verschiedenen Ländern stattfinden. Die Unterscheidung muss klar sein.
Wo die Herkunft angegeben wird
Die Herkunft steht meist auf dem Pflegeetikett unter den Pflegesymbolen. Manche Marken setzen sie auf das Hauptetikett, etwa als Zeile „Made in Bulgaria“ unter dem Logo des Webetiketts. Das ist auch eine Marketingentscheidung: Eine Herkunft aus der EU gilt als Zeichen für Qualität und Kontrolle.
Herkunft als Vorteil
Bulgarische und europäische Marken betonen immer häufiger die lokale Produktion. „Hergestellt in Bulgarien“ oder „Made in EU“ geben dem Käufer Informationen zu Arbeitsbedingungen, Qualitätskontrolle und kürzerem Transport. Produzieren Sie in Bulgarien, haben Sie Grund, es zu zeigen – aber auch die Verantwortung, dass die Angabe für jeden Artikel stimmt.
Herkunft des Zubehörs
Knöpfe, Reißverschlüsse, Etiketten und Garne stammen oft aus verschiedenen Ländern. Das ändert den Ursprung des fertigen Kleidungsstücks nicht, der durch das Nähen bestimmt wird. Manche Marken möchten jedoch angeben, dass sie europäische Komponenten oder bekannte Zubehörmarken verwenden, etwa originale Reißverschlüsse eines Drittherstellers. Solche Informationen passen besser auf das Hängeetikett oder in die Produktbeschreibung als auf das Pflegeetikett, das kurz und klar bleiben sollte.
Häufige Fehler
- „Made in Bulgaria“ auf einem Artikel, der in Bulgarien nur fertiggestellt oder verpackt wurde.
- Flaggen oder Symbole, die eine andere als die tatsächliche Herkunft suggerieren.
- Dasselbe Etikett für Artikel, die in verschiedenen Ländern genäht wurden.
- Fehlende Herkunftsangabe beim Export in einen Markt, der sie verlangt.
- Herkunft nur auf dem Hängeetikett, das der Käufer wegwirft, obwohl der Markt eine dauerhafte Angabe am Produkt verlangt.
- Abweichungen zwischen Etikett, Rechnung und Zolldokumenten beim Export.
Herkunft und Rückverfolgbarkeit
Die Herkunft ist nur ein Teil der Informationen, die die Rückverfolgbarkeit eines Artikels ermöglichen. Die europäische Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit verlangt auf dem Produkt – und wo das nicht möglich ist, auf der Verpackung oder in einem Begleitdokument – Name und Kontaktadresse des Herstellers sowie ein Identifikationsmerkmal wie Chargen- oder Modellnummer. Viele Marken setzen daher Herkunft, Firmenname und Artikelnummer gemeinsam auf das Pflegeetikett. Weitere Varianten finden Sie in der Kategorie Etiketten.
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