Die Kanten eines Webetiketts werden auf vier grundlegende Arten verarbeitet: mit dem Heißmesser, mit Ultraschall, mit dem Laser oder als Webkante (woven edge), bei der die Seitenkanten gewebt und nicht geschnitten werden. Am weichsten fühlt sich die Webkante an, gefolgt vom Ultraschallschnitt. Der Laser ist am präzisesten und ermöglicht Sonderformen, das Heißmesser ist am universellsten, ergibt aber eine härtere Kante.
Kantenverarbeitung beim Webetikett – warum sie wichtig ist
Die häufigste Beschwerde über Etiketten in Kleidung ist, dass sie kratzen. Meist liegt das nicht am Gewebe, sondern an der Kante. Polyesterfäden fransen beim Schneiden aus, daher muss die Kante versiegelt werden – durch Schmelzen oder durch Weben. Die Art der Versiegelung entscheidet, ob die Kante weich und flexibel oder hart und scharf ist.
Die Methode wird schon bei der Bestellung festgelegt, denn davon hängt auch ab, wie das Band gewebt wird – als breite Bahn, die anschließend geschnitten wird, oder als einzelne schmale Bänder mit fertigen Kanten.
Die vier Methoden im Überblick
| Methode | Funktionsweise | Kante | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Heißmesser | eine erhitzte Klinge schmilzt und versiegelt die Fäden | härter | zuverlässig, universell | kann auf der Haut spürbar sein |
| Ultraschall | hochfrequente Schwingungen schmelzen die Fäden punktuell | weich, dünn | guter Tragekomfort, saubere Kante | überwiegend gerade Linien |
| Laser | der Strahl schneidet und versiegelt entlang der Kontur | präzise, leicht hart | Sonderformen, Kreise, Logokontur | Kante kann härter sein als bei Ultraschall |
| Webkante | die Kante entsteht auf dem Webstuhl, ohne Schnitt | am weichsten | maximaler Komfort, klassische Optik | nur entlang der Bandlänge; Grenzen bei der Breite |
Heißmesser
Die klassische Methode: Die breite gewebte Bahn wird mit einer erhitzten Klinge in schmale Bänder und einzelne Etiketten geschnitten. Die Fäden an der Kante schmelzen und verbinden sich. Das Verfahren ist schnell und zuverlässig und ergibt eine Kante, die nicht ausfranst. Der Nachteil: Geschmolzenes Polyester härtet aus, daher kann die Kante bei Nackenetiketten in T-Shirts und Wäsche spürbar sein.
Ultraschallschnitt
Ultraschall nutzt hochfrequente Schwingungen, die die Fäden nur an der Schnittstelle erhitzen. Es entsteht eine dünne, weiche und flexible versiegelte Kante. Das ist die verbreitetste Wahl für Etiketten mit Hautkontakt, wenn eine beliebige Etikettenbreite benötigt wird.
Laserschnitt
Der Laser schneidet das Etikett entlang einer vorgegebenen Kontur – Kreis, Oval, Wappen, Stern oder exakt in der Form des Logos. Die Kante ist sauber und versiegelt, die Form sehr präzise. Lasergeschnittene Etiketten sind beliebt für sichtbares Branding – auf aufgesetzten Taschen, Mützen und Handtaschen sowie bei Emblemen und Aufnähern. Bei Etiketten mit Hautkontakt prüfen Sie am Muster, wie hart die Kante ist.
Webkante (woven edge)
Bei dieser Methode werden die Etiketten als einzelne schmale Bänder gewebt, und die Seitenkanten entstehen durch das Umkehren des Schussfadens – wie die Webkante jedes Stoffes. Es wird nichts geschnitten oder geschmolzen, daher ist die Kante weich und flexibel. Geschnitten werden nur die Enden in Längsrichtung, die meist umgeschlagen und in der Naht versteckt werden. Das Ergebnis ist das komfortabelste Etikett, die Breite ist jedoch durch die Einstellung des Webstuhls begrenzt, und die Form ist nur rechteckig.
Wann die Webkante die beste Wahl ist
- Nackenetiketten in T-Shirts, Baby- und Kinderkleidung.
- Etiketten für Wäsche und Pyjamas.
- Premium-Hemden, bei denen das Etikett sichtbar ist und berührt wird.
- Mittig gefalzte Etiketten, bei denen die kurzen Enden in der Naht verschwinden.
So wählen Sie die Methode je nach Kleidungsstück
- Hat das Etikett Hautkontakt? Wenn ja – Webkante oder Ultraschall.
- Ist die Form rechteckig? Bei einer Sonderform – Laser.
- Ist das Etikett außen angebracht? Heißmesser oder Laser genügen völlig.
- Ist die Breite Standard? Die Webkante funktioniert mit bestimmten Breiten; bei Sondermaßen ist Ultraschall flexibler.
Weitere Faktoren für den Tragekomfort
- Die Falzung – umgeschlagene Enden und Mittenfalz verbergen einen Teil der Kanten.
- Die Webart – Damast und Satin sind weicher als Taft.
- Die Größe – ein kleineres Etikett reibt weniger.
- Die Position – die Seitennaht ist weniger empfindlich als der Nacken.
- Die Rückseite – flottierende Fäden auf der Rückseite mehrfarbiger Etiketten sind rauer; manche Designs lassen sich optimieren.
So prüfen Sie die Kante am Muster
Wenn Sie ein Muster erhalten, belassen Sie es nicht beim Ansehen. Fahren Sie mit dem Finger in beide Richtungen über die Kante, biegen Sie das Etikett und prüfen Sie, ob die Ecken spitz bleiben. Nähen Sie es in den Nacken eines T-Shirts und tragen Sie es einige Stunden. Waschen und trocknen Sie das Kleidungsstück im üblichen Programm – manche Kanten werden nach dem Waschen weicher, andere härter. Vergleichen Sie im Zweifel mindestens zwei Methoden, denn der Unterschied ist sofort spürbar, wenn beide Etiketten nebeneinander liegen.
Denken Sie auch an die Farbe der Kante: Beim Heißmesser- oder Laserschnitt ist die geschmolzene Kante manchmal etwas dunkler als der Grund. Bei hellen Etiketten ist das sichtbar, daher liefern Ultraschall oder Webkante bei weißen und cremefarbenen Gründen ein saubereres Ergebnis.
Alternativen bei sehr empfindlicher Haut
Ist die Kollektion für Babys, für bewegungsintensiven Sport oder für Menschen mit empfindlicher Haut gedacht, denken Sie an ein sehr kleines Webetikett in der Seitennaht und an bedruckte Etiketten auf weichem Band. Einen Überblick über weitere textile Lösungen finden Sie im Bereich Textiletiketten.
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