Ein Webetikett mit Thermokleber hat auf der Rückseite eine Schicht wärmeaktivierbaren Klebers und wird mit Hitze und Druck am Kleidungsstück fixiert – mit einer Transferpresse oder, bei kleinen Mengen, mit dem Bügeleisen. Es eignet sich für Stoffe, bei denen eine Naht kräuseln oder den Stoff durchstechen würde, und für Artikel, bei denen außen keine Naht sichtbar sein soll. Für beste Haltbarkeit sind richtige Temperatur, Druck und Zeit nötig, bei sehr elastischen und empfindlichen Stoffen ein Vortest.
Wie ein Webetikett mit Thermokleber funktioniert
Das Etikett wird wie ein normales Webetikett gewebt, danach wird auf die Rückseite eine Schicht Thermokleber aufgetragen. Beim Erhitzen schmilzt der Kleber und dringt in die Stoffstruktur ein. Beim Abkühlen härtet er aus und verbindet Etikett und Kleidungsstück. Der ganze Vorgang dauert Sekunden und erfordert keine Nähmaschine.
Wann Sie Thermokleber wählen sollten
- Dünne und rutschige Stoffe – Chiffon, dünnes Polyester, Futterstoffe, bei denen eine Naht kräuselt.
- Sport- und Funktionskleidung – wo eine Naht die Wasserdichtigkeit beeinträchtigen oder scheuern kann.
- Fertige Artikel – wenn Sie bereits genähte Kleidung, T-Shirts oder Taschen branden und nichts auftrennen möchten.
- Außenetiketten ohne sichtbare Naht – für einen cleanen Look an Tasche oder Ärmel.
- Kleinserien und Ateliers – wenn Sie keine Maschine zum Annähen von Etiketten haben.
Wann Annähen besser ist
- Bei sehr elastischem Jersey und Strick – der Kleber versteift die Stelle.
- Bei Stoffen, die keine Hitze vertragen – manche Synthetik, Leder, Kunstleder, Samt.
- Bei Kleidung, die sehr oft heiß gewaschen oder im Trockner getrocknet wird.
- Bei mittig gefalzten Etiketten, die in eine Naht gefasst werden – dort ist Thermokleber sinnlos.
So wird das Etikett aufgebracht – Schritt für Schritt
- Stoff vorbereiten. Er muss sauber und trocken sein. Bei neuem Stoff entfernt Vorwaschen die Appretur, die das Haften behindert.
- Etikett positionieren. Klebeseite zum Stoff, Vorderseite nach oben.
- Mit Schutzblatt abdecken. Teflonfolie oder Backpapier schützen Etikett und Pressplatte.
- Erhitzen und andrücken. Halten Sie Temperatur, Druck und Zeit ein, die für den jeweiligen Kleber empfohlen sind. Beim Bügeleisen – ohne Dampf, mit festem Druck, ohne das Eisen zu bewegen.
- Abkühlen lassen. Etikett nicht berühren oder biegen, bis es ganz abgekühlt ist – der Kleber härtet beim Abkühlen aus.
- Ecken prüfen. Hebt sich eine Ecke, wiederholen Sie das Andrücken.
Die Pressparameter hängen von Kleberart und Stoff ab. Der Etikettenhersteller nennt Ihnen die empfohlenen Werte; machen Sie immer eine Probe auf einem Stück desselben Stoffs.
Transferpresse oder Bügeleisen
| Kriterium | Transferpresse | Haushaltsbügeleisen |
|---|---|---|
| Gleichmäßige Temperatur | hoch | gering, es gibt kältere Zonen |
| Druck | kontrolliert und gleichmäßig | abhängig von der Hand |
| Wiederholbarkeit | ausgezeichnet für Serien | schwierig |
| Geeignet für | Produktion | Einzelstücke und Proben |
Wie waschbeständig ist es?
Ein richtig aufgebrachtes Etikett übersteht normale Haushaltswäsche. Die Haltbarkeit sinkt, wenn der Kleber nicht die nötige Temperatur erreicht hat, der Druck zu schwach war, der Stoff Appretur hatte oder das Kleidungsstück oft heiß gewaschen und im Trockner getrocknet wird. Manche Marken kombinieren Thermokleber mit einigen Ziersstichen in den Ecken für zusätzliche Sicherheit – so verrutscht das Etikett beim Annähen nicht und löst sich mit der Zeit nicht.
Kombination: Kleber plus Naht
Bei hochwertigeren Artikeln dient Thermokleber oft als „Vorfixierung“: Das Etikett wird genau an seinen Platz geklebt und danach angenäht. So verrutscht es beim Nähen nicht, und die Position ist bei allen Teilen gleich. Zum Annähen verwenden Sie Polyestergarn in der Etikettenfarbe – siehe Nähgarne.
Stoffvorbereitung und Positionierung in der Serie
Beim Serienaufbringen ist die größte Herausforderung die gleiche Etikettenposition an allen Teilen. Verwenden Sie eine Schablone oder Markierung auf der Pressplatte, um das Etikett immer im selben Abstand zu Kragen oder Naht zu platzieren. Bei fertiger Kleidung schieben Sie Karton oder eine Silikonunterlage ins Kleidungsstück, damit der Kleber nicht an der Rückenlage haftet. Liegen Nähte oder Knöpfe nahe am Etikett, verwenden Sie eine Unterlage, die die Fläche ausgleicht, sonst ist der Druck ungleichmäßig und die Ecken haften nicht.
Gewebeart und Thermokleber
Thermokleber lässt sich auf Damast, Satin, Taft und hochauflösende Etiketten auftragen. Bei Satin bleibt der Glanz der Vorderseite, das Etikett wird aber etwas steifer. Das Etikett muss gut versiegelte Kanten haben, denn mit Thermokleber hat es meist einen geraden Schnitt und alle Kanten bleiben sichtbar. Laserschnitt ermöglicht Formetiketten, die fast wie ein Aufnäher wirken.
Häufige Fehler
- Dampf aus dem Bügeleisen – Feuchtigkeit behindert den Kleber.
- Bewegen des Bügeleisens beim Andrücken.
- Biegen des Etiketts, bevor es abgekühlt ist.
- Zu hohe Temperatur auf empfindlicher Synthetik – der Stoff läuft ein oder glänzt.
- Keine Probe auf demselben Stoff.
Alternativen
Verträgt der Stoff keine Hitze und möchten Sie keine sichtbare Naht, denken Sie an ein kleines, mittig gefalztes Etikett, das in eine vorhandene Naht gefasst wird. Für Informationsetiketten auf dünnen Stoffen verwenden manche Marken bedruckte Etiketten oder Direktdruck. Mehr zu den verschiedenen Textiletiketten finden Sie im Bereich Textiletiketten.
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